Bilanzen

E.ON Avacon: Regulierung drückt Jahresüberschuss um 20 Prozent

Einen deutlich gesunkenen Jahresüberschuss verzeichnete die E.ON Avacon AG, Helmstedt, für das Geschäftsjahr 2006. Bereits die erste Stufe der Regulierung der Netznutzungsentgelte habe tiefe Spuren in der Ergebnisentwicklung hinterlassen, so Vorstandschef Dr. Thomas König.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Helmstedt (red) - "Dabei waren die Auswirkungen gravierender, als es unsere Bilanz auf den ersten Blick widerspiegelt", so König bei der diesjährigen Bilanz-Pressekonferenz seines Unternehmens. Glücklicherweise hätten entlastende Faktoren einen stärkeren Ergebniseinbruch verhindert. Die Umsätze von E.ON Avacon stiegen zwar zum achten Mal in Folge weiter an und erreichten 3,1 Milliarden Euro (2005: 2,8 Milliarden Euro). Aber der Jahresüberschuss sei um 20 Prozent auf 106,7 Millionen Euro (2005: 133,3 Millionen Euro) gesunken.

Investitionen

Trotz rückläufiger Ergebnisse investierte E.ON Avacon im vergangenen Geschäftsjahr mehr. Insgesamt betrug das Investitionsvolumen 111,3 Millionen Euro, eine Steigerung um knapp 25 Prozent. Damit setzte E.ON Avacon die Investitionsstrategie der Vorjahre fort. Mit 70,4 Millionen Euro ging der größte Anteil der investierten Gelder in das Stromgeschäft. Neben vielfältigen Maßnahmen zur nachhaltigen Sicherung der Versorgungsqualität lag ein spezieller Schwerpunkt in Sachsen-Anhalt beim Bau von 110-kV-Leitungen.

"In Sachsen-Anhalt haben wir die Besonderheit, dass hier an vielen Tagen mehr Strom aus Windenergie produziert wird, als die Menschen im Land verbrauchen", erläuterte Netzvorstand Matthias Herzog. Dieser Strom müsse nun dorthin transportiert werden, wo er genutzt werden kann. "Und genau darin sehen wir unsere Aufgabe", sagte Herzog weiter. "Deshalb haben wir damit begonnen, das Netz in Sachsen-Anhalt auf völlig neue Gegebenheiten umzustellen und das Strom-Versorgungsnetz gewissermaßen um ein Strom-Entsorgungsnetz zu ergänzen. Dafür werden wir in den kommenden Jahren beträchtliche Investitionen leisten."

Insgesamt 22,0 Millionen Euro wurden in den Geschäftsbereich Erdgas investiert. Schwerpunkte waren hier das Lüneburger Gashochdrucknetz und der Bau von Erdgastankstellen. Für den Anschluss neuer Ortschaften sowie für die Erschließung von Baugebieten wurden 7,3 Millionen Euro eingesetzt. Im Geschäftsfeld Wärme investierte E.ON Avacon 2,2 Millionen Euro, hauptsächlich für den Bau neuer oder den Erwerb bestehender Heizwerke sowie die Sanierung von Versorgungsnetzen und Hausanschlüssen. Für sonstige Investitionen wurden spartenübergreifend 16,7 Millionen Euro ausgegeben.

Ausblick

"Trotz eines wachsenden Regulierungs- und Wettbewerbsdrucks wollen wir das Ergebnis mindestens auf dem Niveau des Vorjahres stabilisieren", blickte Vorstandschef Dr. König nach vorne. Der milde Winter, der insbesondere zu einem stark rückläufigen Gasabsatz im ersten Quartal dieses Jahres geführt hat, mache die Erreichbarkeit dieses Ziels aber nicht gerade einfacher.

"Durch den Ausbau von Kooperationen mit unseren kommunalen Partnern sowie durch Investitionen in neue Geschäftsfelder etwa im Bereich Biogas werden wir neue Wachstumsmöglichkeiten erschließen", beschrieb König strategische Schwerpunkte des laufenden Geschäftsjahres. "Darüber hinaus wirken wir dem Ergebnisdruck durch eine Optimierung unserer Geschäftsprozesse und Organisationsstruktur entgegen. Wir werden uns noch intensiver um unsere Kunden und kommunalen Partner kümmern, um die Ertragskraft der E.ON Avacon und damit die Arbeitsplätze in unserem Unternehmen zu sichern."