Zahlungsmoral

e.dis: "Schwarzes Schaf" zahlt Netznutzung nicht / Kundenumstellung droht

Der Fürstenwalder Energieversorger e.dis moniert, dass einige Stromhändler die fälligen Netznutzungsgebühren nicht begleichen. Kritisch wird es zum 1. April für Kunden der Hamburger DSA, vermutet das strom magazin. Fälligkeiten in Höhe von 380 000 Euro warten darauf, bezahlt zu werden.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Schon im vergangenen Dezember hatte sich der Fürstenwalder Regionalversorger e.dis – Energie Nord AG über "schwarze Schafe" unter den Stromhändlern beschwert, die sich nicht an unterschriebene Vereinbarungen halten würden. Dabei monierte der Stromversorger insbesondere die schlechte Zahlungsmoral. Zum 1. April wird es für die Kunden eines "namhaften, deutschlandweit agierenden Händlers" erneut kritisch. Er hat nach e.dis-Angaben Forderungen aus der Netznutzung in Höhe von 380 000 Euro noch nicht bezahlt. Sollten die Zahlungen weiterhin ausbleiben, würden die Kunden zum 1. April wieder im Rahmen des Allgemeinen Tarifs von der e.dis selbst versorgt. Zwar nennt die e.dis keine Namen, die Erfahrungen der letzten Wochen lassen jedoch den Schluss zu, dass es sich dabei wahrscheinlich um die DSA Deutsche Strom AG handelt. Das Unternehmen verzögert eigenen Angaben zufolge bewusst die Zahlungen, um auf die überhöhten Netznutzungsentgelte aufmerksam zu machen. Zuletzt hatten die Hamburger bei einem Streit mit der Oldenburger EWE AG den Kürzeren gezogen.

e.dis hat inzwischen mit mehr als 40 Händlern Rahmenvereinbarungen zur Belieferung von Kunden im e.dis-Netzgebiet abgeschlossen. Seit Mitte des Jahres 2001 hätte e.dis nach eigenen Angaben den ausdrücklichen Händlerwunsch umgesetzt, nach Beginn der Netznutzung nicht mehr an die Kunden dieser Händler heran zu treten. Der Zahlungsverkehr für die Netznutzung dieser Kunden erfolgt laut Vereinbarung ausschließlich über die Händler an e.dis.