Studie

E-Auto im Test: Studenten fahren quer durchs Land

Mit dem Elektroauto quer durch das Land zu fahren – wie gut funktioniert das? Studenten der Dualen Hochschule Baden-Württemberg haben den Versuch gewagt und sind mit Modellen von Renault, VW und Mercedes-Benz von Stuttgart bis nach Kopenhagen gefahren.

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Stuttgart (red) – Wie gut kommt man heutzutage auf einer Langstreckenfahrt mit dem Elektroauto hierzulande durch? "Abenteuerlich" wäre wahrscheinlich die wohlmeinende Aussage der Studenten der Dualen Hochschule Baden-Württemberg. Die machten sich nämlich testweise auf dem Weg von Stuttgart nach Enschede und nach Kopenhagen in den Niederlanden. Die auf rund 20 Stunden angesetzte Fahrt nach Kopenhagen dauerten letztendlich 36 Stunden - trotz guter Vorbereitung und der vorhergehenden Ermittlung der Standorte zum Aufladen der Batterien. Testautos waren der Renault Zoe, der Golf von VW und die B-Klasse von Mercedes-Benz, berichtet die Südwest Presse.

Probleme beim Laden und in der Werkstatt

Nach nur einer Stunde müssen die Studenten das erste Mal anhalten – Batterie leer. Leider stellt sich das Aufladen als nicht so einfach heraus wie in der Theorie gedacht: Teilweise funktioniert der Ladevorgang an sich oder das Bezahlsystem nicht. Vanessa Reit von der DHWB bezeichnet den Umstand, dass das Aufladen nur an 2 von 15 Stationen geklappt hat, als Armutszeugnis. Letztendlich kommt es bei dem Fahrzeug Zoe noch zu einem Ausfall der Elektronik und das Auto muss in die Werkstatt, wo man sich nur durch Zufall auf Elektroautos spezialisiert hat. Eine der Werkstätten für Mercedes hatte keine Lizenz und konnte bei einem Problem nicht weiterhelfen. "Generell finde ich Elektromobilität gut. Für 120 Kilometer Fahrt aber 3 Stunden laden, ist einfach nicht attraktiv", sagte Studienleiterin Prof. Julia Heigl von der DHBW der Zeitung.

Teil der Studie war aber nicht nur die Testfahrt, sondern auch eine kulturvergleichende Umfrage zwischen Deutschen, Dänen und Niederländern. Die Ergebnisse sollen im Juni veröffentlicht werden.