EEG-Novelle

DWA fordert gleiche Vergütung von Klär- und Biogasstrom

Die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) hat eine Angleichung der Vergütung von Klär- und Biogasstrom im Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG) gefordert. Der Verband sieht die Möglichkeit, die Stromproduktion aus Klärgas zu verdoppeln.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp.djn/sm) - Aufgrund der geplanten höheren Bezahlung von Energie aus Biogas blieben wesentliche vorhandene Möglichkeiten der Energieerzeugung aus Klärgas ungenutzt, sagte der DWA-Präsident Otto Schaaf in Berlin bei der Vorstellung der Studie "Energiepotenziale der deutschen Wasserwirtschaft".

Durch die Ausrüstung aller großen Kläranlagen mit Blockheizkraftwerken und durch eine Verbesserung der bestehenden Anlagen lässt sich Schaaf zufolge die Stromproduktion aus Klärgas verdoppeln. Dem DWA zufolge lag 2006 der Anteil der Kläranlagen an der Stromerzeugung aus regenerativen Energien bei 1,3 Prozent.

Großeres Potential bei Wasserkraft

Der DWA sieht jedoch nicht nur beim Klärgas große Potenziale. Wasserkraftanlagen könnten nach Angaben der Vereinigung allein durch die Optimierung bestehender Anlagen etwa 35 Prozent mehr elektrischen Strom liefern. Langfristig könne die Wasserwirtschaft bei Ausschöpfung des gesamten Potenzials ihren Anteil am bundesdeutschen Stromverbrauch von vier auf sechs Prozent erhöhen. Im vergangenen Jahr lag der gesamte Anteil von erneuerbaren Energien am Stromverbrauch bei 14,3 Prozent.

Der Sprecher der DWA-Koordinierungsgruppe "Energie in der Wasser- und Abfallwirtschaft", Armin K. Melsa, nannte noch eine weitere Möglichkeit für den Ausbau der Stromerzeugung bei Kläranlagen. "In den Faulbehältern auf Kläranlagen könnten zusätzlich geeignete Bioabfälle behandelt werden», sagte Melsa. Dadurch könne die Stromerzeugung aus den entstehenden Gasen um mehr als 25 Prozent gesteigert werden, ohne dass wesentliche bautechnische Erweiterungen an den Kläranlagen erfolgen müssten.

Der DWA besteht aus rund 14.000 Mitgliedern und setzt sich nach eigenen Angaben intensiv für die Entwicklung einer sicheren und nachhaltigen Wasserwirtschaft ein. Die Vereinigung bezeichnet sich selbst als politisch und wirtschaftlich unabhängig.