Vorwürfe

Duisburger GED vermutet Missbrauch bei EEG-Abrechnung

Durch eine fehlerhafte Prognose der Übertragungsnetzbetreiber E.ON, RWE, Vattenfall, EnBW im Jahr 2002 wurden den Unternehmen, die Endkunden mit Strom beliefern, im Umlageverfahren durchweg zu hohe EEG-Quoten geliefert und in Rechnung gestellt. Das vermutet zumindest Thomas Spinnen von der Duisburger Gesellschaft für Energieversorgung und Datenmanagement.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Die GED, Gesellschaft für Energieversorgung und Datenmanagement mbH (Duisburg), befürchtet einen Missbrauch bei der Abrechnung von Mengen aus dem von der Bundesregierung geförderten Erneuerbaren-Energie-Gesetz (EEG). GED-Geschäftsführer Thomas Spinnen geht davon aus, "dass durch eine fehlerhafte Prognose durch die Übertragungsnetzbetreiber E.ON, RWE, Vattenfall, EnBW im Jahr 2002 den Lieferanten von Endkunden im Umlageverfahren durchweg zu hohe EEG-Quoten geliefert und in Rechnung gestellt wurden".

Das EEG regelt die Vorrang-Abnahme durch die Netzbetreiber und die Vergütungssätze der einzelnen Stromerzeugungsarten wie zum Beispiel Windenergie, Wasserkraft und Biogas wie auch das Umlageverfahren der resultierenden Mehrkosten auf alle Stromabnehmer. Derzeit versenden die Regelzonenbetreiber die Spitzabrechnungen für die in 2002 gelieferten EEG-Mengen an Endkundenversorger. Die fehlerhafte Prognose der Übertragungsnetzbetreiber, durch die den regionalen EVUs im Umlageverfahren durchweg zu hohe EEG-Quoten geliefert und in Rechnung gestellt wurden, hätten die Regelzonen mehr Strom als EEG-Menge umgelegt, als tatsächlich angefallen ist, sagt Spinnen. "Diese Mehrmengen mussten sicherlich im Großmarkt zugekauft werden."

Das Verfahren sehe vor, dass die Endkundenversorger, die zu viel erhaltenen Mengen gebündelt im November 2003 an die Regelzonenbetreiber zurückliefern müssen. Die entsprechenden EEG-Kosten würden zeitgleich verrechnet und gutgeschrieben. "Während die Übertragungsnetzbetreiber im Jahr 2002 die zuviel gelieferten Mengen im Durchschnitt für 24 Euro zukaufen konnten, sollen wir nun im November 2003 für 39 Euro zurückliefern. Das entspricht einer Verzinsung von etwa 60 Prozent", erläutert Spinnen. "Eine Rücklieferung der Mengen über einen längeren Zeitraum verteilt, würde uns die gleiche Möglichkeit wie den Übertragungsnetzbetreibern bieten."

Die Konsequenz: Auch die Gesellschaft für Energieversorgung und Datenmanagement mbH könnte dann die Preisschwankungen des Marktes nutzen. Spinnen setzt aber noch eines drauf: So ist er sicher, dass die Tradingfloors der Regelzonenbetreiber den kommenden Wochen sicherlich mit Freude entgegen sehen, wissen sie doch, dass sich nun viele Lieferanten im Oktober noch für die EEG-Rücklieferungen eindecken müssen.