Regelenergie

Duisburger GED verärgert über Erhöhung der Netzentgelte

Der Geschäftsführer der Duisburger GED Gesellschaft für Energieversorgung und Datenmanagement mbH, Marc Ehry, ist über die geplante Erhöhung der Netznutzungsentgelte durch E.ON Bayern verärgert. Noch vor Inkrafttreten der Strom-Regulierungsbehörde im kommenden Jahr sollen so Mehrerträge gesichert werden, vermutet er.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Künftig müssen die Kunden beim Strom wohl tiefer in die Tasche greifen. Zu dieser Ansicht gelangt Marc Ehry, Geschäftsführer der GED Gesellschaft für Energieversorgung und Datenmanagement mbH. So flatterte vor wenigen Tagen dem Energieversorger aus Duisburg die Erhöhung der Netznutzungsentgelte ins Haus. Der Netzbetreiber E.ON Bayern kündigt ab dem 1. Januar 2004 im Bereich Mittel- und Niederspannung eine höhere Nutzungsgebühr für die eigenen Netze an. Da diese Gebühren in den Strompreis mit einfließen, gehe das zu Lasten des Endverbrauchers.

E.ON Bayern begründet seine Preiserhöhung mit gestiegenen Beschaffungskosten für Regelenergie und größeren Kostenaufwand in den eigenen Netzen. Ehry geht davon aus, "dass die Netzbetreiber dies allerdings nur vorschieben, um die Netzentgelte zu erhöhen." Noch vor Inkrafttreten der Strom-Regulierungsbehörde im kommenden Jahr sollen so Mehrerträge gesichert werden, vermutet Ehry.

Zudem spricht Ehry von einer "Verhinderungsstrategie". So könnten in Deutschland kleinere Kraftwerksbetreiber nicht mit Regelenergie handeln, da sie nicht über die dafür nötige Gesamtkapazität verfügen. Auch ausländische Gesellschaften seien von den Auktionen ausgeschlossen. Laut Ehry könnten durch eine Öffnung des Marktes und eine sinnvollere Zusammenfassung der Regelzonen Erhöhungen vermeiden werden.

Regelenergie wird benötigt, um die beim Betrieb des Stromnetzes auftretenden Schwankungen auszugleichen. Der Übertragungsnetzbetreiber jedes der Verbundunternehmen regelt die so genannte Ausgleichsenergie in seiner Regelzone durch kurzfristiges Zu- bzw. Abschalten von Kraftwerken. Die hierfür nötigen Kraftwerkskapazitäten ersteigert der Übertragungsnetzbetreiber über Auktionen. Anders als die Großkraftwerke, die ebenfalls mehrheitlich zu den vier Verbundunternehmen gehören, sind kleinere Stromproduzenten aufgrund ihrer geringeren Gesamtkapazität nicht an der Regelenergie-Auktion zugelassen. Daher hegt Marc Ehry den Verdacht, dass Verbundunternehmen bei ihren Töchtern überhöhte Preise für Regelenergie zahlen. Die hohen Kosten werden dann über höhere Netzentgelte an die Endkunden weiterberechnet.