"Jede Menge Probleme"

DUH warnt vor Wiederanfahren von Brunsbüttel und Krümmel

Die nach Störfällen abgeschalteten Atomkraftwerke Brunsbüttel und Krümmel sollten nach Ansicht der Deutschen Umwelthilfe (DUH) gar nicht wieder ans Netz gehen. Gerade in Brunsbüttel gebe es "jede Menge Probleme und Defizite", sagte DUH-Atomexperte Gerd Rosenkranz der "Frankfurter Rundschau".

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (ddp/sm) - Die Mängel seien zum größten Teil noch nicht abgearbeitet worden und auch "nicht heilbar". Der Reaktor weise "das störanfälligste Notstromsystem in Deutschland" auf und sei unzureichend gegen Luftangriffe geschützt.

Neben Biblis A müsse Brunsbüttel schnellstens vom Netz, sagte Rosenkranz. In Krümmel habe sich dagegen erneut gezeigt, dass auch modernste Technik menschliche Fehler nicht kompensieren könne. Dort sei ein an sich harmloser Störfall derart "eskaliert, dass es einen gruselt".

Am Dienstag hatte eine von AKW-Betreiber Vattenfall Europe eingesetzte Expertenkommission keine Einwände gegen einen Weiterbetrieb der beiden Meiler erhoben. Die Kieler Atomaufsicht bemängelte den Bericht jedoch als unzureichend. Krümmel und Brunsbüttel waren nach Reaktorschnellabschaltungen am 28. Juni vom Netz genommen worden.