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20.10.2009, 16:34 Uhr

Strom-News

Erneuerbare Energien

DUH: Ökostrom nicht für hohe Strompreise verantwortlich

Die Deutsche Umwelthilfe widerspricht der Behauptung, dass erneuerbare Energien im nächsten Jahr für höhere Strompreise sorgen. Die entlastenden Effekte durch den Zubau erneuerbarer Energien werden systematisch ignoriert, so die DUH.

Berlin (red) - Der aufgrund der Regelungen des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) wachsende Anteil von Strom aus Wind, Sonne, Wasser und Bioenergie sei nicht für hohe Strompreise verantwortlich, so die DUH. Den steigenden Kosten für die EEG-Umlage stünden in Wirklichkeit Entlastungseffekte in vergleichbarer Größenordnung gegenüber.

Mehrere Faktoren für steigende EEG-Umlage

Die rechnerische Steigerung der EEG-Umlage auf rund 2 Cent pro Kilowattstunde Strom setze sich aus mehreren Faktoren zusammen. Zwar wachsen die Vergütungen insgesamt wegen der erwünschten starken Zunahme von Strom aus erneuerbaren Energien. Die prognostizierte erhebliche Steigerung der Umlage für 2010 (gegenüber 2008 und gegenüber den Erwartungen für 2009) ist aber zuallererst eine Folge des in der Wirtschaftskrise generell gesunkenen Börsenpreises von Strom. Damit wird auch dem EEG-Strom ein geringerer Wert zugemessen, mithin steigt die Differenz zwischen den gesetzlich festgelegten Vergütungszahlungen und den Vermarktungserlösen an der Börse. Hinzu kommt, dass die EEG-Umlage auf den in der Krise geringeren Stromabsatz aufgeteilt werden muss.

Entlastung bei Stromkosten Dank erneuerbarer Energien

Der DUH zufolge wird in der öffentlichen Debatte der Stromkosten senkende Effekt unterschlagen. So führe der wachsende Anteil erneuerbarer Energien an der Strombörse insgesamt zu einer Senkung der Preise, weil die am teuersten produzierenden konventionellen Kraftwerke nicht mehr oder seltener hochgefahren werden müssen. Darüber hinaus würden Kosten für CO2-Zertifikate eingespart. Hinzu kämen noch nicht abschätzbare Nettoersparnisse, weil wegen des Ausbaus der Erneuerbaren Energien weniger Energierohstoffe nach Deutschland importiert werden müssen.

Der mit Abstand größte Nutzen des Einsatzes von Erneuerbaren Energien ergebe sich jedoch aus den wegen der CO2-Einsparung vermiedenen Schäden durch den Klimawandel. Diese liegen nach wissenschaftlichen Abschätzungen mit 70 Euro pro Tonne CO2 fünfmal höher als die Preise, die derzeit für CO2-Emissionszertifikate bezahlt werden müssen. Diese so genannten vermiedenen externen Kosten steigen im Jahr 2010 voraussichtlich auf rund sechs Milliarden Euro.

Stromversorger sollten sinkende Strompreise weitergeben

Die Leiterin Klimaschutz und Energiewende der DUH, Cornelia Ziehm, forderte die Stromversorger auf, "die Mär von der Kostenexplosion durch Erneuerbare Energien nicht noch einmal aufzutischen". "Bevor die Stromversorger nun eine neue Preisrunde einläuten und die Erneuerbaren Energien dafür verantwortlich machen, sollten sie erst einmal die in der Wirtschaftskrise gesunkenen Börsenpreise angemessen an ihre Kunden weitergeben", forderte Ziehm. Sie wies darauf hin, dass die EEG-Umlage nach allen Prognosen nur noch wenige Jahre ansteige, weil insbesondere im Bereich der Photovoltaik, große Kostensenkungen zu erwarten seien, während Strom aus fossilen Brennstoffen tendenziell teurer werde.

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