Regeln für Kraftwerksbau

DUH: Neue Kohlekraftwerke nur mit KWK und CO2-Speicherung

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert, alte Kohlekraftwerke in Deutschland entweder nachzurüsten oder stillzulegen. Für neue Meiler müsste Kraft-Wärme-Kopplung sowie CO2-Abscheidung vorgeschrieben werden. Die Debatte über mögliche Versorgungslücken hält DUH-Geschäftsführer Baake für haltlos.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Bonn (red) - Die DUH hat einen konkreten rechtlichen Rahmen vorgeschlagen, der künftig den Betrieb von fossil befeuerten Kraftwerken regeln soll. So fordert der Umweltverband eine Pflicht zur Kraft-Wärme-Kopplung beim Bau neuer Kohlekraftwerke. Überhaupt seien neue Großkraftwerke auf Kohlebasis nur dann tolerierbar, wenn sie mit CO2-Abscheidung realisiert würden und eine sichere Endlagerung des Treibhausgases gewährleistet wäre.

Darüber hinaus müssten auch bestehende alte Kraftwerke Mindestwirkungsgrade erreichen, also entweder nachgerüstet ober abgeschaltet werden. Ohnehin sei Baake verwundert über die Kohle-Strategie der Konzerne, die mit der geplanten Versteigerung der CO2-Rechte zu hohen Kosten führe.

Die Debatte über "eine angeblich bevorstehende Stromlücke" hält DUH-Chef Baake für überzogen. Deutsche Kraftwerke hätten im Jahr 2006 mehr Strom denn je produziert, so dass rund 20 Terawattstunden ins Ausland exportiert wurden. Trotz des Stillstandes mehrerer Atomkraftwerke seien 2007 immernoch 14 Terawattstunden mehr ex- als importiert worden.

Nur noch 22 Prozent des deutschen Stroms seien vergangenes Jahr durch Atomkraft erzeugt worden, so dass dieser Beitrag in einigen Jahren komplett durch erneuerbare Energien ersetzt werden könne. Der durch den Verzicht auf weitere neue Kohlekraftwerke verbleibende Strombedarf könne aus Erdgaskraftwerken bereitgestellt werden, die gleichzeitig Wärme liefern. Dadurch würden bisher im Wärmebereich eingesetzte Erdgasmengen für den Einsatz im Strombereich frei, ohne dass sich die Abhängigkeit Deutschlands von ausländischen Gaslieferungen erhöhen würde.