Versorgungssicherheit

DUH: Es gibt keine Stromlücke

Deutschland brauche weder verlängerte Laufzeiten der Atomkraftwerke noch neue Kohlekraftwerke, um eine sichere Energieversorgung zu gewährleisten. Eine angebliche Stromlücke könnte mit flexiblen Gas-Kraftwerken geschlossen werden, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Deutschland braucht für eine jederzeit und an jedem Ort sichere Stromversorgung weder Laufzeitverlängerungen von Atomkraftwerken noch zusätzliche Kohlekraftwerksblöcke. Vielmehr können aus Altersgründen oder wegen des gesetzlich festgelegten Atomausstiegs stillgelegte Großkraftwerke bis 2020 durch den Ausbau der Erneuerbaren Energien und neue flexible Gaskraftwerke ersetzt werden. Das geht aus dem aktuellen Zwischenbericht einer vom Bundesumweltministerium geförderten Energiestudie des Solar-Instituts Jülich und der Fachhochschule Aachen hervor.

Stromlücke sei eine Stromlüge

Das neue Gutachten entlarve das Gerede von der drohenden Stromlücke endgültig als interessengeleitete Stromlüge der Atomkonzerne, erklärte Rainer Baake, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe e.V.. Längere Laufzeiten für Atomkraftwerke und der Neubau weiterer Kohlekraftwerke seien nicht nur unnötig, sondern für eine zukunftsfeste, klimaschonende Stromzukunft kontraproduktiv.

Flexible Gas-Kraftwerke statt Atom- und Kohlekraft

Der DUH-Bundesgeschäftsführer erklärte, dass das Festhalten an unflexiblen Großkraftwerken auf Basis von Kohle oder Atomkraft den von der Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger gewünschten Ausbau der erneuerbaren Energien zunehmend erschwere. Der Grund: Der naturgemäß unstet anfallende Strom aus Wind und Sonne könne nur dann wirksam integriert werden, wenn flexible, schnell regelbare Kraftwerke den Ausgleich zwischen schwankendem Strombedarf und dem ebenfalls schwankenden Stromangebot schaffen. Für eine Übergangszeit seien dazu mehr flexible Gaskraftwerke notwendig, später könnten Stromspeicher und ein internationaler Stromverbund für den notwendigen Ausgleich sorgen.

Es müssten zwar übergangsweise mehr Gaskraft-Kapazität errichtet werden. Diese Kraftwerke müssten aber mit zunehmendem Anteil der Erneuerbaren Energien immer weniger Stunden im Jahr hochgefahren werden. Außerdem würden derzeit nur etwa elf Prozent des in Deutschland insgesamt eingesetzten Erdgases in der Stromerzeugung verbrannt.