Überraschende Entscheidung

Düsseldorfer Oberbürgermeister kritisiert Wechsel an RWE-Spitze

Düsseldorfs Oberbürgermeister Joachim Erwin (CDU) kritisiert den Führungswechsel beim Energiekonzern RWE. Ihm sei nicht klar, wie der Stahlunternehmer Großmann neue Visionen für den Energiekonzern entwickeln könne. Erwin will sich von den Anteilen, die die Stadt Düsseldorf noch hält, trennen.

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Düsseldorf (ddp-nrw/sm) - "Das ist eine überraschende Entscheidung, ein Energiemanager wäre mir lieber gewesen", sagte Joachim Erwin (CDU), Oberbürgermeister von Düsseldorf, dem "Handelsblatt" (Donnerstagausgabe). Er fügte hinzu: "Es ist mir nicht plausibel, wie Herr Großmann neue Visionen für RWE entwickeln kann". Die Stadt Düsseldorf ist Aktionärin des Konzerns.

Der RWE-Aufsichtsrat hatte zuvor beschlossen, den Vertrag von Vorstandschef Harry Roels, der Ende Januar 2008 ausläuft, nicht zu verlängern und den Stahlunternehmer Jürgen Großmann als Nachfolger zu berufen.

Erwin zufolge ist die Entscheidung "typisch für RWE". "Sie zeigt, dass die Kommunen raus müssen, damit RWE endlich ein normales Unternehmen wird", betonte er. Erwin hatte wiederholt Kritik daran geübt, dass die an RWE beteiligten Kommunen Einfluss auf die Geschäftspolitik des Konzerns nehmen. Düsseldorf hält noch über zwei Prozent der Stimmrechte. Erwin will sich von den Anteilen trennen.