Bitterer Nachgeschmack

DSA-Pleite: MVV verlangt Nachzahlung von Kunden für Netznutzung

Es ist mal wieder soweit: Die MVV Energie AG aus Mannheim will von den etwa 300 ehemaligen Kunden des mittlerweile insolventen Stromversorgers DSA eine Nachzahlung der ausgebliebenen Netznutzungsentgelte verlangen. Es handelt sich dabei um einen Betrag von 80 000 Euro. Gegenüber dem strom magazin hat das Unternehmen jedoch Kulanz zugesagt.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Ein böses Erwachen für die etwa 300 ehemaligen DSA-Kunden im Netzgebiet der Mannheimer MVV Energie AG: Weil die DSA namens und im Auftrag der Kunden mit der MVV Energie AG Netznutzungsverträge abgeschlossen, jedoch zu keinem Zeitpunkt die Netznutzungsentgelte an die MVV Energie AG weitergeleitet hatte, sollen sie jetzt bezahlen. Es geht dabei um eine Summe von 80 000 Euro.

Das Netznutzungsentgelt sei ein unverzichtbarer Bestandteil des Strompreises, da über diese Gelder die Funktionstüchtigkeit und Sicherheit des Stromnetzes finanziert wird, begründet die MVV ihre Forderung. Das Unternehmen sehe sich daher im Interesse aller ihrer Kunden in der Region gezwungen, eine Nachzahlung der Netznutzungsentgelte zu verlangen.

Auf Nachfrage des strom magazin zeigte sich MVV-Pressesprecher Heinz Egermann überzeugt, dass es "juristisch sauber" sei, die ausstehenden Entgelte von den Kunden einzufordern. Dennoch würde Kulanz an erster Stelle stehen, wenn die Kunden nach der "Pleite" einen neuen Vertrag mit der MVV Energie AG abschließen. Er rät ohnehin vor Abschluss von Stromlieferverträgen, die Leistungsfähigkeit des neuen Lieferanten zu überprüfen.

Ob der Kunde tatsächlich der richtige Ansprechpartner für derlei Forderungen ist, bleibt weiter umstritten. Denn dieser hat die Netznutzungsentgelte ja schon mit dem monatlichen Abschlag an den neuen Versorger entrichtet. Aus diesem Grund sollten Kunden, die ohnehin mit dem Gedanken gespielt haben, zur MVV zurückzukehren, an die zugesicherte Kulanz appellieren. Kunden, die den Versorger erneut wechseln wollen, sollten sich bei einer Verbraucherzentrale oder einem Anwalt informieren.