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Druck wächst: Energiebranche will für mehr Transparenz sorgen

Bundeskartellamt, Bundesnetzagentur und Europäische Kommission - sie alle haben den deutschen Energiemarkt momentan auf dem "Kiecker". Dadurch kommt nun auch die deutsche Strombranche nicht umhin, ein bisschen mehr Transparenz anzukündigen. Ob's bei Versprechungen bleibt???

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Momentan tut sich etwas auf dem deutschen und europäischen Energiemarkt: Bundeskartellamt und Bundesnetzagentur pochen auf mehr Wettbewerb und auch die EU-Kommission, allen voran Wettbewerbskomissarin Neelie Kroes, verliert auch langsam die Geduld und will Sanktionen gegen diejenigen Länder ergreifen, die den Wettbewerb noch immer nicht vollständig umgesetzt haben. Und so langsam bewegt sich auch die deutsche Stromwirtschaft, mindestens mit vollmundigen Ankündigungen.

So erklärte VDEW-Chef Eberhard Meller letzte Woche, man wolle für mehr Transparenz im Strommarkt sorgen und schrittweise alle marktrelevanten Informationen veröffentlichen. Diese sollen die Kernbereiche Großhandelsmarkt, Regelenergie, Last, Erzeugung und Grenzkuppelstellen umfassen, führte Meller aus und nannte beispielhaft die Veröffentlichung von Preisen und Volumina bei standardisierten "Over the Counter" (OTC)-Kontrakten oder installierten Erzeugungskapazitäten nach Brennstoffen.

Er wurde allerdings auch nicht müde, einheitliche Regeln für den gesamten europäischen Markt zu fordern. Damit es nicht zu einer Wettbewerbsverzerrung kommt, müssten die Marktdaten allen Teilnehmern unter gleichen Bedingungen, etwa Zeitpunkt, Definitionen und Formate, EU-weit harmonisiert zur Verfügung gestellt werden.

Auch der größte deutsche Stromkonzern RWE versprach der Kommission Unterstützung in ihrem Bemühen für mehr Wettbewerb in Europa. In den vergangenen Jahren habe der Übertragungsnetzbetreiber die Verbindungen nach Holland und Frankreich weiter ausgebaut und damit die Möglichkeiten für den grenzüberschreitenden Stromhandel erheblich verbessert, teilte RWE-Chef Harry Roels bei einer Panel-Diskussion im Rahmen der öffentlichen Anhörung zur Energie-Sektorenuntersuchung der EU-Kommission letzte Woche in Brüssel mit (seine vollständigen Ausführungen, die weitere Beriche umfassen, finden sich hier).