Biosprit

Drei Viertel der Franzosen würden E10 tanken

Ohne große Schwierigkeiten hat Frankreich bereits vor fast zwei Jahren den neuen Kraftstoff E10 eingeführt. Inzwischen wird der Biosprit laut der Biokraftstoffbranche fast an jeder fünften Tankstelle verkauft. Ganz unumstritten ist der Biosprit aber auch im Nachbarland nicht.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Paris (afp/red) - "Es ergibt ökologisch keinen Sinn und ist wirtschaftlich nicht rentabel", sagte Sébastien Godinot von der Umweltorganisation Les Amis de la Terre (Die Freunde der Erde) bereits vor der Einführung. Umweltschützer verweisen darauf, dass die Zuckerrüben, aus denen ein Großteil des Ethanols für den Sprit stammt, besonders viel Wasser brauchen. Für Verarbeitung und Transport ist außerdem viel Energie nötig, die die CO2-Bilanz des E10 schmälert. Die Biokraftstoffe seien deshalb eine "falsche Lösung", die von der in Frankreich besonders mächtigen Agrarlobby vorangetrieben werde, kritisierte Godinot.

Auch die Mineralölindustrie ist skeptisch, was E10 angeht. "Die Leute wollen es nicht", sagte Alexandre de Benoist vom Ölimportverband UIP. Es gebe eine "natürliche Zurückhaltung gegenüber einem Brennstoff, von dem sie die chemische Zusammensetzung nicht kennen".

Drei Viertel der Franzosen würden E10 tanken

Ende 2010 machte E10 rund 13 Prozent der Benzinverkäufe aus, anderthalb Jahre zuvor waren es nur rund 6,5 Prozent gewesen. Eine Umfrage im November ergab, dass mehr als drei Viertel der Franzosen bereit sind, ihr Auto mit Biokraftstoff zu betanken, "um damit gegen den Klimawandel zu kämpfen". 60 Prozent der Autos konnten den neuen Sprit bei seiner Einführung im April 2009 vertragen. Das Umweltministerium informiert auf einer eigens eingerichteten Website über SP95-E10, wie der Kraftstoff in Frankreich heißt, und seine Eignung für einzelne Fahrzeugtypen.