Kraftwerke

Drei Atommeiler nach Prüfung wieder am Netz

In Deutschland dürfen drei Atomkraftwerke wieder ans Netz gehen. Alle wurden zwischen März und Mai wegen der jährlichen Revision bzw. wegen einiger Mängel vorübergehend abgeschaltet. Nach umfangreichen Instandsetzungsarbeiten sollen die Kraftwerke jetzt wieder Strom produzieren dürfen.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Karlsruhe/Grafenrheinfeld/Grohnde (dapd/red) - Das Atomkraftwerk Grohnde in Niedersachsen speist nach Abschluss von Revision und Brennelementwechsel seit Dienstag wieder Strom ins Netz ein. 20 der insgesamt 193 Brennelemente seien durch neue ersetzt worden, teilte der Energiekonzern E.ON mit. Anfang Mai war das Kraftwerk zur Anlagenrevision vom Netz gegangen. Neben routinemäßigen Prüfungen und Instandhaltungsmaßnahmen seien auch Instandhaltungsarbeiten an nuklearen und sicherheitstechnisch bedeutsamen Anlagenteilen ausgeführt worden, sagte eine Sprecherin.

Wegen beschädigter Brennstäbe abgeschaltet

Bei einem Vorfall Mitte März waren zwei Brennstäbe durch fehlerhafte Abstandshalter beschädigt worden. Der Vorfall war im Nachhinein als meldepflichtiges Ereignis der Kategorie N (Normal) eingestuft worden. Im vergangenen Jahr hatte das AKW laut E.ON 12,3 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt. Dies entspricht dem Jahresstromverbrauch von etwa drei Millionen Haushalten. Auch die Kraftwerke in Grafenrheinfeld (Bayern) und Philippsburg (Baden-Würtemberg) wurden wieder hochgefahren.

Grafenrheinfeld: Aus spätestens 2015

In Grafenrheinfeld hatte die Revision rund vier Wochen länger gedauert als ursprünglich geplant. Ein Anschlussstutzen an einer Leitung hatte ausgetauscht werden müssen. Grafenrheinfeld war bereits im März wegen Revisionsarbeiten vom Netz gegangen. Der Reaktor soll nach den aktuellen Ausstiegsplänen der Regierung 2015 endgültig abgeschaltet werden. Kritiker fordern ein früheres Abschalten, vor allem weil in der Nähe des Meilers militärische Übungsflüge stattfinden.

Insgeamt sechs meldepflichtige Ereignisse

In Philippsburg seien in den vergangenen Wochen lediglich Prüf- und Instandhaltungsarbeiten, technische Projekte und der jährliche Brennelementewechsel durchgeführt worden, teilte der Betreiber EnBW mit. Unter anderem sei an zwei von sechs Hauptkühlwasserpumpen eine Motoreninspektion durchgeführt worden. Außerdem habe es an einem der sechs Kühlwasserkanäle Bau- und Wartungsarbeiten gegeben. Bisher wurden in dem Kraftwerk sechs meldepflichtige Ereignisse festgestellt, alle seien in die unterste Kategorie der internationalen Sicherheitsskala eingestuft worden, hieß es.