Forschung

Drahtlose Stromversorgung durch die Luft

Strom drahtlos übertragen zu können, ist keine ganz neue Idee. Südkoreanischen Forschern ist es nun gelungen, einen Fernseher und mehrere Ventilatoren aus einer Entfernung von fünf Metern drahtlos mit Energie zu versorgen. Auch die Fernversorgung eines Akws war Forschungsthema.

Stromübertragung© Sergej Khackimullin / Fotolia.com

Daejeon (red) – Der Fernseher läuft, ohne den Strom aus der Steckdose zu beziehen, Smartphones laden ihre Akkus, ohne dabei an einem Ladekabel zu hängen. Was nach einer Wunschvorstellung klingt, könnte tatsächlich bald Realität werden. Forschern aus Südkorea ist es gelungen, verschiedene Elektrogeräte drahtlos über eine größere Entfernung mit Strom zu versorgen.

Drahtloser Strom über fünf Meter

Dass tatsächlich auch Strom ohne Kabel übertragen werden kann, beweisen Professor Chun T. Rim und sein Team vom Department of Electrical Engineering des KAIST (Korea Advanced Institute of Science and Technology) in Südkorea. Mit ihrer Technik konnten 209 Watt über eine Strecke von fünf Metern übertragen werden, die maximale Stärke wurde auf einer Distanz von drei Metern mit 1.403 Watt erreicht. Aus fünf Metern Entfernung konnten somit ein LED-Fernseher sowie drei Ventilatoren angetrieben werden.

Hot Spots für Strom

Spätestens seitdem es dem MIT (Massachusetts Institute of Technology) 2007 gelang, mit Hilfe von magnetischen Feldern Energie über zwei Meter zu übertragen, wurde nach Technologien gesucht, um diese Übertragungsentfernung zu übertreffen. Die südkoreanischen Forscher haben an dieser Methode weitergearbeitet - mit Erfolg.

In der Zukunft kann sich Professor Rim "Wi-Power zones" vorstellen, die ähnlich den WLAN-Bereichen in der Nähe von Restaurants als Ladestationen genutzt werden könnten, so eine Pressemitteilung des KAIST.

Akws im Notfall versorgen

Im März war es dem Team gelungen, ein Forschungsprojekt abzuschließen, bei dem es darum ging, die Kontrollinstrumente eines Atomkraftwerks bei einem Notfall aus der Ferne mit Strom zu versorgen. Dabei gelang es, zehn Watt über eine Entfernung von sieben Metern zu übertragen.