Aufwind für Wirtschaft

Dong Energy vergibt erste Großaufträge für Steinkohlekraftwerk

Der dänische Energiekonzern Dong Energy hat die ersten Großaufträge für sein geplantes Steinkohlekraftwerk in Lubmin bei Greifswald vergeben. Nach Einschätzung des Unternehmens könnte der Bau bei der Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern Aufträge im Volumen von rund 400 Millionen Euro auslösen.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Greifswald (ddp-nrd/sm) - Insgesamt würden bis Ende 2010 fast 100 Auftragspakete in den Bereichen Maschinenbau, Elektrotechnik und Bau ausgeschrieben, sagte Projektleiter Peter Gedbjerg am Donnerstag in Greifswald auf einem Lieferantentag vor mehr als 130 Unternehmern.

Die zu erbringenden Leistungen reichten von Tiefbauarbeiten, der Errichtung von Turbinengebäuden, Kesselhäusern und Schornsteinen, umfassenden Kabelbauprojekten bis zur Lieferung von Krananlagen und Feuerlöschausrüstungen. Hinzu komme die Erteilung von Dienstleistungsaufträgen wie die Geländevermessung, Verwaltung, juristische Beratung und Transportleistungen.

Unterdessen hat Dong Energy bereits die ersten Großaufträge erteilt. Am Mittwoch seien die Verträge mit der Mannheimer Alstom Deutschland AG über die Lieferung der Dampferzeuger für beide Kraftwerksblöcke unterzeichnet worden, sagte Gedbjerg. Bereits im Juli sei die britische Firma Doosan Babcock Energy mit Bau und Lieferung der Turbinen beauftragt worden.

Damit wurden schon während der ersten Genehmigungsphase etwa 35 Prozent des Gesamtauftragsvolumens von rund zwei Milliarden Euro vergeben. Den Plänen zufolge soll der Bau des Kraftwerks im zweiten Halbjahr 2008 beginnen. Vier Jahre später sollen die beiden 800-Megawatt-Blöcke ans Netz gehen.

Insgesamt sollen 140 Arbeitsplätze entstehen. Den umliegenden Gemeinden würden während des Betriebs jährliche Einnahmen durch Gewerbesteuern im Umfang eines zweistelligen Millionenbetrages zufließen, kündigte Gedbjerg an. Er versicherte, dass das Kraftwerk vorgeschriebene Emissionswerte einhalten, die Lebensräume im Greifswalder Bodden nicht bedrohen und die touristische Entwicklung der Region nicht gefährden werde.

Dong Energy hatte vergangene Woche beim Staatlichen Amt für Umwelt und Natur Stralsund die Genehmigung des in der Region umstrittenen Projekts beantragt. Das Verfahren werde sachgerecht und nach Recht und Gesetz durchgezogen, sagte der Staatssekretär im Schweriner Wirtschaftsministerium, Rüdiger Möller.

Nach Ansicht der Landesregierung habe das Kraftwerk eine herausragende Bedeutung für die Wirtschaftsentwicklung in Mecklenburg-Vorpommern. Der Standort Lubmin, an dem sich Energieunternehmen der Gas-, Wind- und Kohlebranche ansiedeln wollten, stoße auf weltweites Interesse. Das Steinkohlekraftwerk werde eine Vielzahl weiterer Investitionen in Lubmin auslösen. Dem Ministerium lägen bereits zahlreiche Anfragen vor. "Selbst, wenn nur die Hälfte der in Aussicht gestellten Projekte umgesetzt würde, dann hätten wir in Mecklenburg-Vorpommern etwas wirklich Großes geschafft", unterstrich Möller.