Kompromiss?

Dong Energy prüft Bau von abgasfreiem Kraftwerk in Lubmin

Im Streit um den Bau des geplanten Steinkohlekraftwerks in Lubmin zeichnet sich möglicherweise ein Kompromiss zwischen Befürwortern und Gegnern des Projektes ab. So prüfe Energieunternehmen Dong Energy die Nachrüstung des 1600-Megawatt-Kraftwerks auf einen weitgehend abgasfreien Betrieb.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Lubmin (ddp-nrd/sm) - "Wir sind sehr an dem von der EU angekündigten Förderprojekt für Kraftwerke interessiert, in denen das Treibhausgas Kohlendioxid abgefangen, zwischengelagert und später verwertet wird", sagte der Projektleiter Peter Gedbjerg. Seiner Ansicht nach verfügt der dänische Energiekonzern bereits aus der Erdöl- und Erdgasförderung über wertvolle Erfahrungen in der Nutzung unterirdischer Speicher.

Auch in Vorpommern gebe es ersten Untersuchungen zufolge möglicherweise geeignete Salzlagerstätten, die ausgespült und möglicherweise als Depot von Kohlendioxid genutzt werden könnten. Die Überlegungen dafür stünden jedoch erst am Anfang, unterstrich Gedbjerg. Entscheidend sei unter anderem auch, in welchem Umfang die EU derartige Kraftwerksprojekte finanziell fördern würde.

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Harald Ringstorff (SPD) hatte am Montag anlässlich eines Besuchs des EU-Energiekommissars Andris Piebalgs auf ein neues EU-Projekt verwiesen. Demnach plane Brüssel die Förderung von zunächst zehn Versuchsanlagen zur Abscheidung von Kohlendioxid aus Kraftwerken. Ringstorff regte an, das geplante Steinkohlekraftwerk mit einer dieser Pilotanlagen auszurüsten.

Vertreter der Bürgerinitiative "Kein Steinkohlekraftwerk in Lubmin" reagierten skeptisch auf den Vorstoß. Es sei noch völlig unklar, ob und wann ein solches abgasfreies Kraftwerk ans Netz gehen könnte, sagte eine Sprecherin. Man könne sich kaum vorstellen, dass das 2012 in Betrieb gehende Kraftwerk in Lubmin bereits ohne Kohlendioxidausstoß arbeiten könne.