Keine Intervention

DIW: Verunsicherung auf den Ölmärkten hält an

In seinem aktuellen Wochenbericht stellt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung fest, dass derzeit weder die OPEC noch die Internationale Energieagentur bereit sind, zur Preisdämpfung auf den Märkten schon jetzt zu intervenieren. Die Preise für Rohöl sind von Januar bis Mitte September um nahezu die Hälfte gestiegen.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Obwohl die Ölnachfrage nicht zuletzt wegen des geringen Wirtschaftswachstums im ersten Halbjahr 2002 schwächer als erwartet ausfiel und die OPEC mehr Öl produzierte als Anfang des Jahres vereinbart, sind die Preise für Brent-Rohöl von Januar bis Mitte September um nahezu die Hälfte, auf über 28 US-Dollar je Barrel, gestiegen. Zu diesem Preisschub dürften auch Spekulationen über die Folgen einer militärischen Intervention der USA im Irak beigetragen haben. Zu diesem Schluss kommt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in seinem aktuellen Wochenbericht.

Die OPEC war auf ihrer Konferenz am 19. September in Osaka trotz der aktuellen Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Weltkonjunktur und des Ölverbrauchs nicht bereit, ihre Produktion sofort zu steigern, um die Märkte zu beruhigen. Sie hat vielmehr ihre bestehenden Produktionsquoten und ihr Preisziel von 22 bis 28 US-Dollar je Barrel OPEC-Öl bestätigt. Nach der Konferenz sind die Preise weiter gestiegen, am 23. September hat auch der Preis für OPEC-Öl die 28-Dollar-Marke überschritten. Sollte dies an 20 aufeinander folgenden Handelstagen anhalten, sieht der Preisbandmechanismus der OPEC automatische Produktionssteigerungen vor.

Das DIW Berlin stellt weiter fest, dass derzeit weder die OPEC noch die Internationale Energieagentur (IEA) bereit sind, zur Preisdämpfung auf den Märkten schon jetzt zu intervenieren. Die OPEC befürchte offenbar, dass es bei anhaltender Konjunkturschwäche durch frühzeitige Produktionssteigerungen einen Preisverfall geben könnte. Diese Erfahrung musste sie während der Finanzkrise in Asien 1998 machen. Die IEA wolle deshalb noch nicht eingreifen, weil staatlich kontrollierte Vorräte für den Fall echter Versorgungsstörungen vorgehalten werden sollen, schreibt das DIW im aktuellen Bericht. Aktuell seien ausreichende Reservekapazitäten und Lagerbestände verfügbar, um in einer im Wesentlichen auf den Irak beschränkten Krise Versorgungsengpässe zu vermeiden. Preisausschläge wie im Golfkrieg 1990/91, als der Rohölpreis kurzfristig auf 40 US-Dollar je Barrel anzog, kann das DIW jedoch nicht ausschließen.

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