Emissionen & Wettbewerb

DIW: Verschärfter Druck fördert umweltfreundliche Stromerzeugung

Wenn die Verringerung von Emissionen weiter in den Blickpunkt von Politik und Unternehmen rückt, können umweltfreundlichen Technologien wie Windkraftenergie oder kohlebasierte Kohlendioxid-Abscheidungs- und -Speicherungstechnik ab 2015 wirtschaftlich werden, schreibt das DIW Berlin in seinem aktuellen Wochenbericht.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin (red) - Verschärfter Wettbewerb und der Druck zu Emissionsminderung könnten auf dem deutschen Strommarkt langfristig umweltfreundlichen Technologien wie der Windkraftenergie und der kohlebasierten Kohlendioxid-Abscheidungs- und -Speicherungstechnik zum Durchbruch verhelfen, heißt es im aktuellen Wochenbericht 16/2005 des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Damit kann allerdings nicht vor 2015 bis 2020 gerechnet werden.

Deutschland hat sich im Zuge des Kyoto-Protokolls verpflichtet, seine Emissionen im Vergleich zu 1990 um 21 Prozent zu senken, was insbesondere im Strommarkt Emissionsminderungen erfordert. Der Anfang 2005 begonnene Handel mit Emissionszertifikaten zielt auf die Verringerung des Ausstoßes von Kohlendioxid. Der Wochenbericht stellt fest, dass ab einem Emissions-Zertifikatspreis von 30 Euro pro Tonne Kohlendioxid die möglichst emissionsarme Erzeugung von Strom wirtschaftlich werden dürfte. Dies gelte sowohl für Technologien auf Basis erneuerbarer Energien wie Windenergieanlagen als auch für Kohlekraftwerke mit Kohlendioxid-Abscheidung und -Speicherung. Mit Hilfe dieser Technologie wird Kohlendioxid direkt am Kraftwerk vor oder nach dem Verbrennungsprozess zurückgehalten und somit verhindert, dass es in die Atmosphäre gelangen kann. Das abgefangene Kohlendioxid wird dann in flüssige oder feste Bestandteile umgewandelt und eingelagert. Bei diesem Verfahren werden etwa 90 Prozent der Emissionen zurückgehalten.

Für die Bedeutung der emissionsarmen Stromgewinnungstechnologien wird entscheidend sein, welche Emissionsziele künftig in Europa vorgegeben werden: Je höher die Reduktionsziele, desto höher wird der Preis für die Emissionszertifikate, heißt es im Wochenbericht weiter. So könnten Windkraftanlagen und Kohleverstromung mit Kohlendioxid-Rückhaltung bei steigendem Zertifikatspreis an Bedeutung gewinnen: Nach Modellrechnungen des DIW Berlin könnten bis Mitte des Jahrhunderts - bei einem Zertifikatspreis von etwa 50 Euro pro Tonne Kohlendioxid - ungefähr 50 Prozent der deutschen Stromerzeugung auf diesen umweltschonenden Technologien beruhen.