Preissenkungen passé?

DIW: Strompreise am Terminmarkt um ein Drittel gestiegen

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung bilanzierte heftige Strompreisbewegungen für das vergangene Jahr. So hätten die Strompreise am Terminmarkt zum Jahresende 2003 um ein Drittel höher gelegen als am Anfang des Jahres. Der Primärenergieverbrauch habe jedoch in etwa das Vorjahresniveau erreicht, heißt es in dem DIW-Bericht.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin (ddp/red) - Der Primärenergieverbrauch in Deutschland hat 2003 bei gegenläufigen Tendenzen in etwa Vorjahresniveau erreicht. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) bezifferte in seinem am Mittwoch veröffentlichten Wochenbericht den Gesamtverbrauch auf 489 Millionen Steinkohleeinheiten. Während die schwache Konjunktur dämpfend auf den Verbrauch gewirkt habe, sei es insbesondere wegen der kalten Witterung im ersten Quartal zu einer erhöhten Energienachfrage gekommen.

Temperaturbereinigt sei der Primärenergieverbrauch aber um ein Prozent niedriger als 2002 gewesen, erläutert das DIW. Bei leicht gesunkener gesamtwirtschaftlicher Leistung (-0,1 Prozent) habe sich die Energieproduktivität der Volkswirtschaft temperaturbereinigt um 0,9 Prozent verbessert. Im langjährigen Durchschnitt stehe für den Zeitraum 1991 bis 2002 ein Plus von 1,3 Prozent zu Buche. Im Unterschied zum Primärenergieverbrauch sei der Bruttostromverbrauch 2003 mit 1,2 Prozent vergleichsweise kräftig gestiegen.

Die Ölpreise, die sich 2002 erhöhten, verharrten 2003 auf hohem Niveau, heißt es weiter in dem Bericht. Der Weltmarktpreis für Rohöl (Marke Brent) habe im Dezember 2003 um rund vier Prozent höher als Ende 2002 gelegen. Allerdings zeigten sich laut DIW-Statistik im Jahresverlauf erhebliche Schwankungen. Bei steigendem Wechselkurs des Euro schlugen sich die höheren Weltmarktpreise den Angaben zufolge nur abgeschwächt in der deutschen Importbilanz nieder. So waren die Rohölimporte im November 2003 um etwa zehn Prozent billiger als im Dezember 2002. Die Importpreise für Erdgas blieben etwa auf dem Niveau von 2002. Dagegen legten die Preise für Steinkohleimporte zu. Im vierten Quartal 2003 waren sie um rund zehn Prozent höher als zu Jahresbeginn.

Für das vergangenen Jahr bilanzierte das DIW heftige Strompreisbewegungen. So seien die Großhandelspreise für Spotprodukte an der Leipziger Strombörse EEX im Jahresdurchschnitt um 30 Prozent höher als im Vorjahresmittel gewesen. Am Terminmarkt lagen die Strompreise zum Jahresende den Angaben zufolge um ein Drittel über denen zu Beginn des Jahres. Mit dieser Entwicklung seien die nach der Liberalisierung der Energiemärkte zunächst eingetretenen Preissenkungen wieder weitgehend rückgängig gemacht worden, schreiben die DIW-Experten.