Bezahlbare Energieversorgung

DIW: Laufzeiten von Atomkraftwerken verlängern

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin fordert die Bundesregierung zu einer Verlängerung von Laufzeiten der Atomkraftwerke auf, um die Energieversorgung bezahlbar zu machen. Zugleich hält es das DIW für unwahrscheinlich, dass die Atomenergie in Zukunft eine große Rolle spielen wird.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Osnabrück (ddp/sm) - Die große Koalition solle "die Ausstiegszeit überdenken", sagte die Leiterin der DIW-Energieabteilung, Claudia Kemfert, der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Montagausgabe). "Es gibt eigentlich keinen technischen Grund, die Atomkraftwerke nach 30 Jahren abzuschalten. Das wäre volkswirtschaftlicher Wahnsinn - es sei denn, es gibt erhebliche Sicherheitsmängel."

Von dem derzeit in Rom stattfindenden Weltenergiekongress erwartet Kemfert Lösungsvorschläge für die abzusehende Ressourcenknappheit. "Es muss eine Weg-vom-Öl-Strategie geben." Schon in den nächsten zehn Jahren sei der Punkt erreicht, "wo das Angebot an Öl weltweit nicht mehr ausreicht, um die Nachfrage zu decken". Neue Techniken wie Wasserstoff- und Brennstoffzellen seien notwendig. Kemfert: "Wir müssen das Ölproblem rasch lösen, sonst wird man die heutigen Anforderungen an schnelllebige Mobilität nicht aufrecht erhalten können."

Obgleich Kemfert die Verlängerung von Laufzeiten für sinnvoll hält, sieht sie in der Atomenergie auf lange Sicht keine Zukunft: "Die angekündigte Renaissance der Atomenergie wird es nicht geben." Auf die Bürger kommen nach den Worten der Abteilungsleiterin möglicherweise höhere Spritkosten zu: "Wenn das Öl 2020 knapp wird, sind pro Liter Superbenzin Preise von 1,90 Euro aufwärts zu erwarten.