Ölpreis-Bindung

DIW-Expertin stimmt Verbraucher auf weiter steigende Gaspreise ein

Verbraucher müssen sich nach Einschätzung von Experten auf weiter steigende Gaspreise einstellen. Es sei davon auszugehen, dass die Gaspreise zum Herbst weiter anzögen, sagte Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin".

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp.djn/sm) - Zur Begründung sagte sie, der Gaspreise folge mit einer Zeitverzögerung von sechs Monaten dem Ölpreis und dieser sei vor allem in der ersten Jahreshälfte sehr stark nach oben gegangen.

Angesichts der steigenden Gaspreise forderte Kemfert die Aufhebung der Ölpreisbindung. Schließlich sei Gas als Rohstoff nicht so knapp wie Öl. Eine Aufhebung der Preisbindung sei zwar kein Garant für niedrigere Preise. Bei zunehmendem Wettbewerb sei langfristig jedoch davon auszugehen, dass der Gaspreis sinke. Als Voraussetzung für einen zunehmenden Wettbewerb sprach sich Kemfert für mehr ausländische Anbieter auf dem deutschen Markt aus.

Bei den Benzinpreise gab die Expertin trotz zuletzt sinkender Preise keine Entwarnung für die Verbraucher. Es gebe zu viele geopolitische Faktoren, wie beispielsweise die Hurrikangefahr in den Sommermonaten in den USA, die wieder für einen Preisanstieg sprächen, sagte sie zur Begründung.