Gas-Öl-Koppelung

DIW-Expertin Kemfert erwartet für 2008 weiteren Gaspreis-Anstieg

Die Gaskunden in Deutschland müssen sich trotz der jüngsten Tariferhöhungen auf eine weitere Preisrunde in den nächsten Monaten einstellen. Die Preise seien durch die Koppelung an den Ölpreis viel zu hoch, so die Energieexpertin Claudia Kemfert. Auch beim Strom erwartet sie Preissteigerungen.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (ddp/sm) - "Es ist zu befürchten, dass der Gaspreis bis Ende des Sommers noch einmal um zehn Prozent steigen wird", sagte die Energieexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) der "Bild"-Zeitung. Kemfert begründete ihre Prognose mit dem hohen Ölpreis, der mit mehrmonatiger Verzögerung auch den Gaspreis steigen lasse. Durch diese Koppelung sei Gas allerdings heute schon fast doppelt so teuer wie eigentlich angemessen.

"Die Konzerne kassieren durch die Kopplung des Gas- an den Ölpreis, die nicht mehr zeitgemäß ist, in ganz großem Stil ab. Gas müsste viel billiger sein: Das Angebot ist so groß, dass der Preis bei einem Handel an der Börse 40 Prozent niedriger liegen könnte", sagte die Wissenschaftlerin der Zeitung. Zugleich erklärte sie, auch Strom werde in den nächsten Monaten noch einmal um durchschnittlich fünf Prozent teurer.

Angesichts der starken Preiserhöhungen warnte Kemfert davor, dass Energie für immer mehr Bundesbürger unbezahlbar wird. "Benzin, Heizen und Strom werden vor allem für einkommensschwache Haushalte zum Luxusgut, sind es teilweise heute schon", sagte die Wissenschaftlerin. Sie forderte die Energiekonzerne auf, "faire Preise" anzubieten. Auch der Staat müsse mit Sonderzahlungen einkommensschwachen Haushalten helfen.