Neue Publikation

DIW Berlin veröffentlicht Vierteljahrsheft zu Kosten des Klimawandels

In seinem zweiten Vierteljahresheft 2005 hat sich das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) mit den ökonomischen Kosten des Klimawandels und der Klimapolitik beschäftigt. Ergebnis: Es sind effektive und schnelle Strategien gefordert, sonst entsteht ein Schaden von bis zu 200 Billionen Dollar.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Die ökonomischen Schäden durch extreme Wetterereignisse haben in den letzten drei Jahrzehnten enorm zugenommen - eine Folge des globalen Klimawandels. Ohne eine Stabilisierung der Treibhausgaskonzentration auf dem heutigen Niveau sind deshalb zunehmend irreversible und gefährliche Klimaschäden zu befürchten. Eine schnell aktiv werdende Klimaschutzpolitik hingegen könnte gesamtwirtschaftliche Schäden von bis zu 200 Billionen Dollar bis zum Jahre 2050 abwenden, heißt es in der aktuellen Vierteljahrsheft 2/2005 des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW).

In der Veröffentlichung analysieren renommierte Forscher und Praktiker die ökonomischen Kosten des Klimawandels und der Klimapolitik, die damit verbundenen Finanzrisiken sowie den Aufwand und Nutzen nationaler und internationaler Klimaschutzstrategien. Schätzungen zufolge dürften die Kosten eines effektiven Klimaschutzes bei etwa einem Prozent des globalen Bruttosozialprodukts liegen, vorausgesetzt, dass die Energieeffizienz und der Beitrag erneuerbarer Energien ausreichend gesteigert werden kann. Um die entsprechenden Investitionen anzuregen, müsse der Ausstoß von Klimagasen einen Preis erhalten und so zu einem Kostenfaktor für Unternehmen werden, schreiben die Experten. Der Emissionsrechtehandel, welcher bereits Anfang des Jahres 2005 gestartet ist, sei hierzu ein sehr geeignetes Instrument.

Die finanziellen Risiken durch den Klimawandel seien enorm, vor allem für die betroffenen Entwicklungsländer, heißt es weiter. Dem Finanzsektor komme deshalb die bedeutende Rolle zu, innovative Ansätze zur Schadensprävention zu entwickeln. Die Autoren des Vierteljahrshefts kommen zu dem Ergebnis, dass effektive und schnelle Klimaschutzstrategien gefordert sind, die sich auf einen gesellschaftlichen Konsens über deren Kosten und Nutzen stützen müssen. Neue Partnerschaften zwischen Privatsektor, Regierungen, Zivilgesellschaft und internationalen Organisationen würden helfen, die Risiken und Kosten zu mindern. Ihre Umsetzung gerade in den vom Klimawandel besonders betroffenen Entwicklungsländern sei vordringlich, heißt es in der DIW-Schrift.