Stellungnahmen

DIHK fordert Verzicht auf Atomausstieg (Upd.)

Aus der deutschen Industrie wurden verschiedene Forderungen an die Teilnehmer des G-8-Gipfels laut. Die Bundesregierung sollte ihren Atomausstiegs-Kurs überdenken, so DIHK-Präsident Braun. BDI-Präsident Thumann mahnte einen Klimakonsens mit den USA an.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin/Heiligendamm (ddp/sm) - Die deutsche Industrie fordert "klare wirtschaftspolitische Impulse" durch den G8-Gipfel in Heiligendamm. Auch Afrika brauche vor allem private Investitionen und nicht nur wohlwollende Spenden, mahnte BDI-Präsident Jürgen Thumann am Mittwoch. Unverzichtbar sei zudem ein "Einigungswille beim Klimaschutz". Es müsse ein Konsens mit den USA über konkrete Zielsetzungen gefunden werden.

Auch der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Ludwig Georg Braun, betonte: "Auf dem G8-Gipfel muss klargestellt werden, dass die Weltgemeinschaft die klimapolitischen Herausforderungen nur gemeinsam meistern kann." Ein erster konkreter Ansatz seien Rahmenvereinbarungen über ein weltweites Abkommen zur Steigerung der Energieeffizienz. Dies könne erheblich zur Treibhausgasreduktion beitragen.

Thumann mahnte: "Wir dürfen den Blickwinkel nicht einseitig darauf verengen, was wir in Europa für richtig halten." Es sei "ein sehr gutes Zeichen, wenn der amerikanische Präsident sich jetzt eindeutig für den Klimaschutz ausspricht". Dies sei die Basis, um einen Konsens über einen gemeinsamen Weg zu finden.

Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie fügte hinzu, die Wirtschaft habe bereits effiziente klimaschonende Technologien entwickelt. Es komme nun darauf an, diese Anstrengungen zu intensivieren.

Braun betonte, weltweite Treibhausgasverringerungen in großem Umfang benötigten moderne Energietechnologien. Hier sei Deutschland in vielen Bereichen Marktführer. Der DIHK-Präsident fügte hinzu: "Insofern käme ein weltweit abgestimmtes Vorgehen - etwa über ein Energieeffizienzabkommen - natürlich auch deutschen Technologieanbietern entgegen."

Braun forderte zudem die Bundesregierung zum Verzicht auf den geplanten Atomausstieg auf. Zu einem "ausgewogenen Energiemix" müsse auch die Kernenergie gehören. Die vorgesehene Verkürzung der Laufzeiten der Atomkraftwerke sei "nicht nur aus Gründen der Energieversorgungssicherheit verfehlt, sondern auch unter dem Aspekt des Klimaschutzes".

Der Präsident des Bundesverbandes des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA), Anton Börner, betonte, eine umfassende Liberalisierung des Welthandels sei "die beste Entwicklungspolitik". Der G8-Gipfel müsse "neue Impulse setzen, um doch noch einen Durchbruch bei der Entwicklungsrunde der WTO zu erreichen". Sowohl Industrie- als auch Schwellenländer seien aufgefordert, "sich zu weiteren Zugeständnissen beim Marktzugang für Industrie- und Agrarprodukte bereit zu erklären".