Umfrage

DIHK: 70 Prozent der deutschen Unternehmen gegen Atomausstieg

Vor dem Energiegipfel im Bundeskanzleramt am kommenden Montag hat sich die Mehrheit der deutschen Unternehmen für die weitere Stromversorgung aus Atomkraft ausgesprochen. Das ergab eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), die der "Rheinischen Post" vorliegt.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp/sm) - Demnach halten 70 Prozent der gut 1100 Betriebe, die sich an der Umfrage beteiligt haben, den Ausstieg aus der Kernenergie nicht für sinnvoll und sprechen sich zumindest für eine Verlängerung der Laufzeiten aus.

Nur zehn Prozent sind für den von Rot-Grün eingeleiteten Atomausstieg bis 2020. Rund 90 Prozent der Firmen fordern, erneuerbare Energien auszubauen, die Förderung aber stärker am Markt zu orientieren. Beim Energiegipfel will Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) unter anderem mit Spitzenvertretern der Industrie über Versorgungssicherheit und Strompreise sprechen.

Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Georg Ludwig Braun, plädierte daher dafür, auf dem Gipfel "ohne Scheuklappen über die Verlängerung der Laufzeiten für Kernkraftwerke zu diskutieren". Angesichts der stark gestiegenen Energiepreise müsse auf dem Treffen vor allem die Frage im Mittelpunkt stehen, wie eine nachhaltige, günstige und sichere Energieversorgung erreicht werden könne, sagte Braun. Gestützt auf die Umfrage formulierte der DIHK seine Empfehlungen für eine entsprechende Energiepolitik. Danach solle die Bundesregierung bis spätestens zum Jahresende ein Energiekonzept vorlegen. Zudem müsse mehr Wettbewerb auf dem Strom- und Gasmarkt hergestellt werden.

Auch die deutsche NE-Metallindustrie erwartet von dem Gipfel positive Impulse: Es sei entscheidend, das energiepolitische Zieldreieck aus Versorgungssicherheit, Preiswürdigkeit und Umweltverträglichkeit wieder in ein ausgewogenes Verhältnis zu bringen. "Investitionen bedürfen einer sicheren Entscheidungsgrundlage. Hierzu gehören energiepolitische Rahmenbedingungen, die offene Fragen des Energiemixes, der Funktionsfähigkeit politisch initiierter Systeme wie dem Emissionshandel und des Wettbewerbes in einem schlüssigen Gesamtkonzept beantworten", sagte der Hauptgeschäftsführer der WirtschaftsVereinigung Metalle (WVM), Martin Kneer. Neben der langfristigen Lösung über mehr Stromerzeugungskapazität brauche die energieintensive Industrie in Deutschland kurzfristige Lösungen zur Wende in der Strompreisentwicklung.