"Die Welt": Einigung in Sachen Bewag-Streit?

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Wie die Tageszeitung "Die Welt" in ihrer heutigen Ausgabe berichtet, ist es im Streit um den zum Verkauf stehenden E.ON-Anteil von 49 Prozent an der Berliner Bewag zu einer "überraschenden Wende" gekommen. "Die Welt" berichtet, dass der US-Konzern Southern Energy (SEI) und die schwedische Vattenfall-Gruppe mit ihrer Hamburger HEW-Tochter den Konflikt binnen drei Wochen beilegen wollen. Grund: Ein Kompromissvorschlag sehe vor, dass die Bewag gleichberechtigt von SEI und Vattenfall/HEW übernommen werden soll. Bisher hatten beide Parteien jeweils auf die alleinige Führungsrolle bestanden.



Hintergrund des Konflikts um den E.ON-Anteil an der Bewag ist der Umstand, dass die Gesellschaft als "Schlüssel zur Bildung eines neuen Stromriesen mit Schwerpunkt in den neuen Ländern" angesehen wird, wie "Die Welt" trefflich berichtet. Diesbezüglich geht der Kompromissvorschlag, der von der Southern Energy vorgelegt worden sein soll, sogar noch einen Schritt weiter: SEI und Vattenfall/HEW sollen ein gemeinsames Bieterkonsortium bilden, dessen Ziel der Erwerb der auf Grund von Kartellamtsauflagen zum Verkauf anstehenden Mehrheiten an VEAG, LAUBAG und ENVIA sein soll. Einschließlich der Bewag will man offenkundig eine "vierte Krauft" auf dem deutschen Energiemarkt etablieren.



Bis dato halten SEI und Vattenfall/HEW jeweils 26 Prozent an der Bewag. Southern Energy hatte über ein Vorkaufsrecht von der E.ON-Energie weitere 49 Prozent erwerben wollen, doch plante E.ON seinerzeit die Veräußerung an die HEW - ein jahrelanger rechtlicher Streit drohte.



Wie "Die Welt" ausführt, sollen nun - unabhängig von der Verteilung der Kapitalanteile - beide Parteien gleiche Rechte bei der Bewag haben. Entscheidung dürften nur im Konsens gefällt werden, zudem solle man sich beim Aufsichtsratsvorsitz abwechseln.