Holzofen-Renaissance

Die Hälfte des deutschen Holzes wandert direkt in den Ofen

Knapp die Hälfte des Holzaufkommens in Deutschland wandert mittlerweile direkt in die Öfen der Bundesbürger. Der Holzwirtschaft geht deshalb das Holz aus, wie die Arbeitsgemeinschaft Rohholz-Verbraucher (AGR) am Mittwoch in Hamburg kritisierte. Die Rede war von Ressourcenverschwendung.

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Hamburg (AFP/red) - AGR-Präsident Ludwig Lehner sprach von einer "echten Ressourcenverschwendung" und warf der Bundesregierung vor, die Holzverbrennung gleichwohl weiter fördern zu wollen. Zudem stütze sich die Regierung auf falsche Zahlen, weil gut 50 Prozent des geschlagenen Brennholzes statistisch nicht erfasst würden.

Zwei Drittel der Öfen seien überaltert

Lehner verwies auf eine für die Arbeitsgemeinschaft erstellte Studie, wonach sich zwischen 2001 und 2010 der Holzverbrauch vor allem in privaten Haushalten von elf Millionen auf 33 Millionen Kubikmeter verdreifachte. Nach Zahlen des Bundesverbraucherministeriums gelten jedoch 75 Prozent der 16 Millionen privaten Öfen als überaltert. Es mache daher mit Blick auf den Klimaschutz keinen Sinn, zunehmend Holz direkt zu verbrennen.

Langfristige Nutzung würde deutlich Emissionen einsparen

Der Arbeitsgemeinschaft plädierte statt dessen für einen "wertschöpfenden" Einsatz von Rohholz: Würden Holzprodukte langfristig genutzt, recycelt und erst am Ende verbrannt, könnten einer weiteren Studie zufolge jährlich bis zu 105 Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxid eingespart werden. Das seien nach Angaben der Initiative HolzProKlima etwa 13 Prozent der gesamten deutschen Treibhausgasemissionen.

Quelle: AFP