Die Energieagentur NRW hat kalkuliert: Photovoltaikanlagen rechnen sich

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Wer sein Haus auf den neuesten Stand der Technik bringen will, wer den Wert seiner Immobilie steigern will, hat jetzt ein neues Ziel: Die hauseigene Stromerzeugung. Das Argument greift jetzt auch bei der Photovoltaik: Strom aus der Sonne lohnt sich! Mit dem Gesetz zur Förderung der erneuerbaren Energien ist am 1.April der Startschuss gefallen für ein wirtschaftliches Betreiben von Photovoltaikanlagen. Die Energieagentur NRW, die als neutrale Landeseinrichtung rund um das Thema Energie unabhängig und kostenlos berät, hat jetzt eine Tabelle vorgelegt, mit der Interessierte die Finanzierung einer Photovoltaikanlage kalkulieren können. Die Energieberater aus Wuppertal haben berechnet, dass heute Investitionen in eine Photovoltaikanlage bei einer Lebensdauer von 25 Jahren sich nach 14 Jahren amortisieren - vorausgesetzt, man nutzt die aktuellen verschiedenen Förderprogramme für Solarstrom sowie die günstigen Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) im Rahmen des 100.000-Dächer-Programms.


Die Energieagentur NRW geht in ihren Berechnungen von einer Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung von drei Kilowatt Spitzenleistung (kWp) und einer Investitionssumme von 36.000 DM aus. Die REN-Breitenförderung des Landes Nordrhein-Westfalen kann jedes Kilowatt installierter Leistung mit 2.500 DM bezuschussen, würde in diesem Fall also 7.500 DM für die Photovoltaikanlage zur Verfügung stellen. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau gewährt nach ihren neuen Vergabebedingungen für 100 Prozent der Investitionssumme ein Darlehen, das um 4,5 Prozent günstiger ist als das aktuelle Zinsniveau am Geldmarkt. Diese Regelung gilt allerdings nur für Anlagen mit einer Leistung bis zu fünf Kilowatt; größere Anlagen erhalten die günstigen Bedingungen nur für 50 Prozent der Investitionssumme. Der Tilgungszeitraum für die halbjährlich zu zahlenden Raten erstreckt sich über zehn Jahre, wobei die ersten zwei Jahre tilgungsfrei sind. Die zinsbegünstigte Kreditsumme ist auf 13.500 DM pro Kilowatt installierter Leistung begrenzt - im Falle der 3-kW-Anlage kann also maximal ein Darlehen von 40.500 DM aufgenommen werden. Bei der zugrunde gelegten Investitionssumme von 36.000 DM sowie den 7.500 DM aus der REN-Breitenförderung wäre also bei der jeweiligen Haus- oder Geschäftsbank des Investors der zinsgünstige Kredit der KfW über 28.500 DM zu beantragen.


Entscheidende Pluspunkte für die Finanzierung bietet auch das Erneuerbare-Energien-Gesetz. Seit dem 1. April dieses Jahres erhält der Betreiber einer Photovoltaikanlage, die am öffentlichen Stromnetz hängt, 99 Pfennig für jede Kilowattstunde Solarstrom, die er produziert. Diese Vergütung gilt dann 20 Jahre lang. "Zurzeit herrschen sehr günstige Bedingungen für eine Investition in eine Solaranlage. Solarstrom aus Anlagen, die nach dem 31.12.2001 in Betrieb gehen, wird nach und nach geringer vergütet. Außerdem senkt die Kreditanstalt für Wiederaufbau die Summe des Darlehens ab 2001 um jährlich fünf Prozent", sagt Thomas Saure, Solarexperte bei der Energieagentur NRW.


Weitere Informationen unter www.ea-nrw.de.