Strom-News
Erste Halbjahr 2010Die deutsche Anti-Atom-Bewegung plant für das erste Halbjahr 2010 mehrere Massenproteste. Anlass seien die Pläne der Bundesregierung, die Laufzeiten der Atomkraftwerke zu verlängern, sagte am Donnerstag der Sprecher der bundesweiten Organisation "Ausgestrahlt", Jochen Stay.
Gorleben (ddp/red) – Wegen der Pläne der Bundesregierung werde es deshalb in den kommenden Monaten Demonstrationen, Sternfahrten und Umzingelungen von Atomanlagen geben. Bereits im März seien eine Fahrradsternfahrt zum baden-württembergischen AKW Neckarwestheim und Kundgebungen an Niederlassungen von Stromkonzernen geplant, kündigte Stay an. Vom 21. bis 24. April solle ein Anti-Atom-Treck vom niedersächsischen Gorleben zum AKW Krümmel in Schleswig-Holstein rollen. Zeitgleich gebe es eine große Umzingelungs-Aktion am AKW Biblis (Hessen), eine Demonstration am Atommüll-Lager in Ahaus (Nordrhein-Westfalen und eine Aktions- und Menschenkette vom AKW Brunsbüttel (Schleswig-Holstein) über Hamburg zum AKW Krümmel.
Anlässlich der von der Bundesregierung geplanten Aufhebung des Moratoriums im Endlager-Bergwerk Gorleben und zum 30. Jahrestag der "Republik Freies Wendland" werde am 5. Juni in Gorleben demonstriert, sagte Stay. Neben diesen Großaktionen seien unzählige lokale Demonstrationen und Veranstaltungen geplant, die von örtlichen Organisationen vorbereitet würden. In den letzten Monaten hätten sich in zahlreichen Orten neue Anti-Atom-Initiativen gegründet.
"Unser Ziel ist nicht nur die Verhinderung von Laufzeitverlängerungen", erklärte Stay. Schon die bisher vereinbarten Laufzeiten seien nicht zu verantworten. Jeder Tag Weiterbetrieb könne zum "Super-GAU führen". Ständig falle hochradioaktiver Müll an, für den es keine sichere Entsorgung gebe.
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Die geplante Abkehr vom Atomausstieg sorgt offenbar für neuen Streit in der schwarz-gelben Bundesregierung. Während Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) möglichst rasch über längere Laufzeiten für Alt-Reaktoren entscheiden will, spielt Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) laut einem "Spiegel"-Bericht auf Zeit.
Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) will den zukünftigen Bedarf an Atomkraft mit Hilfe von Energieszenarien errechnen lassen. So solle der Anteil an Atomstrom immer weiter sinken, je nachdem, wie viel Kernenergie noch benötigt werden, hieß es.
Feilschen um AKW-Laufzeiten: Die Regierung will heute Abend die Verhandlungen mit E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW über eine Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken beginnen. CSU-Umweltexperte Göppel nannte bereits Bedingungen für längere Laufzeiten. Umweltverbände und Grüne warnen vor einer Abkehr vom Atomausstieg.
Umweltminister Röttgen hat erste Gespräche mit den Atomkonzernen zur Verlängerung der Atomlaufzeiten geführt. Erste Gespräche hätten "Anfang Januar begonnen", sagte Röttgens Sprecherin der "Financial Times Deutschland". Bayerns Umweltminsiter Söder fordert, dass die Länder an den Gewinnen der AKW-Betreiber beteiligt werden.
Merkel hat sich um Streit um die Rücknahme des Atomausstiegs auf die Seite der Energiewirtschaft gestellt. "Wir werden die Verlängerung der Laufzeiten umsetzen", sagte sie dem "Handelsblatt". Dies sei "Teil des geplanten energiepolitischen Gesamtkonzepts, das ja von der deutschen Industrie auch immer wieder angemahnt worden ist".Strompreise vergleichen
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