DG BANK: Strompreise steigen wieder

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com
Der Wettlauf um einen Platz unter den fünf bis sechs größten europäischen Stromanbietern gerät mit der fortschreitenden Marktöffnung in eine entscheidende Phase. Da die Nachfrage nach Strom in den meisten europäischen Ländern seit Jahren nur leicht wächst, expandieren die großen Anbieter vor allem durch den Erwerb von Stromerzeugern und Stromanbietern, aber auch von Unternehmen in anderen Versorgungssparten. "Im nächsten Jahr wird sich herausstellen, welche europäischen Player beim Wettlauf um die europäische Marktführerschaft erfolgreich sein werden", sagte Dr. Florian Straßberger, Leiter des DG BANK-Branchenzentrums, bei der Vorstellung der jüngsten Branchenstudie der DG BANK Deutsche Genossenschaftsbank AG, Frankfurt am Main. Fusionen bieten den großen Anbietern dabei nicht nur die Chance Kostensynergien zu realisieren, sondern erlauben den Unternehmen auch neue Marktfelder und Regionen zu erschließen, so Straßberger.


Die Studie, die die DG BANK unter dem Titel "Der europäische Strommarkt" veröffentlichte, geht auch auf die großen Unterschiede hinsichtlich des Liberalisierungsgrades der EU-Mitgliedstaaten und die kommenden Strompreiserhöhungen ein. In Deutschland ist die Einführung des Wettbewerbs vergleichsweise weit fortgeschritten. Sichtbarstes Resultat der raschen und weitgehenden Marktöffnung ist die deutliche Preissenkung auf allen Ebenen des Stromgeschäfts. Deutschland hat sich - anders als die meisten europäischen Länder - für eine weitgehende Selbstregulierung der Industrie innerhalb der von der EU und dem Wirtschaftsministerium vorgegebenen Rahmenbedingungen entschieden. Dieser Ansatz hat mittlerweile an den entscheidenden Stellen zu marktwirtschaftlichen Strukturen geführt, auch wenn vereinzelt noch Wettbewerbsbarrieren etwa im Umgang mit Durchleitungsbegehren beobachtet werden. Der Rückgang der Strompreise ist in Deutschland bereits abgeschlossen, so die Einschätzung der DG BANK-Experten. Korrekturen der zum Teil unrealistischen, nicht kostendeckenden Preise deuten ebenso wie die Überwälzung der Auswirkungen des Erneuerbare-Energien- (EEG) und des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes (KWG) eher Preiserhöhungen an, die im nächsten Jahr bei den privaten Haushalten bis zu 6 Prozent ausmachen können.