Aktuelle Zahlen

Deutschlands Windindustrie bleibt Weltmeister

Deutschlands Windindustrie hat 2004 ihre Position am Weltmarkt gefestigt. Der Anteil der deutschen Windenergieanlagen-Hersteller und Zulieferer an allen weltweit im Jahr 2004 produzierten Anlagen und Komponenten lag mit 3,15 Milliarden Euro bei über 50 Prozent. Die Exportquote betrug im Jahr 2004 knapp 59 Prozent.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin (red) - "Der technologische und wirtschaftliche Vorsprung der deutschen Windindustrie auf dem Weltmarkt ist beeindruckend", kommentierte Thorsten Herdan, Geschäftsführer von VDMA Power Systems, die Zahlen, die das Deutsche Windenergie-Institut (DEWI) im Auftrag des Bundesverbandes WindEnergie (BWE) und des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) in einer Herstellerbefragung für 2004 ermittelte. "Dieses Jahr rechnen wir mit einem stark wachsenden Weltmarkt und mit einem deutlichen Wachstum der deutschen Windindustrie. Allein in den USA sollen nach 390 Megawatt im letzten Jahr mindestens 2000 Megawatt in 2005 neu installiert werden", so Herdan weiter.

Auch Peter Ahmels, Präsident des BWE, zeigte sich mit der internationalen Stellung der deutschen Windindustrie zufrieden. Kritisch beurteilte er allerdings den Inlandsmarkt: "Der nationale Onshore-Markt ist rückläufig. Es gibt immer weniger verfügbare Flächen für Windräder und zusätzlich wird die Realisierung von Windparks durch verschärfte Abstandsregelungen und Höhenbegrenzungen erschwert." Die neu installierte Leistung habe sich daher im ersten Halbjahr 2005 im Vergleich zum ersten Halbjahr 2004 von 729 auf 510 Megawatt (30 Prozent) verringert. Ende Juni 2005 waren bundesweit 16 826 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 17.132 Megawatt installiert. Die Windenergie in Deutschland könne so in einem durchschnittlichen Windjahr knapp 31,5 Terawattstunden Strom produzieren und damit über sechs Prozent des deutschen Strombedarfs decken.

"Nur durch Kontinuität in den energiepolitischen Rahmenbedingungen kann Investitionssicherheit und damit ein stabiler Inlandsmarkt entstehen", gab Ahmels zu bedenken. Das EEG habe als Technologiemotor stabile Rahmenbedingungen geschaffen, deshalb konnte sich in Deutschland anders als in den USA, Großbritannien oder Italien eine exportorientierte Windindustrie entwickeln und durch technologische Fortschritte starke Kostensenkungen erzielen. Mit den Erfahrungen der letzten Jahre sei mit Blick auf das Gesamtjahr 2005 mit einer neu installierten Leistung zwischen 1500 und 1700 Megawatt zu rechnen.