Emsland

Deutschlands letzte große Erdöl-Region

Vor 100 Jahren war es noch die Lüneburger Heide, wo zeitweise 32 internationale Fördergesellschaften nach Erdöl bohrten und bis zu 2000 Arbeiter beschäftigt waren. Heute ist neben einem großen Erdölfeld im Wattenmeer das Umland von Lingen im Emsland die letzte große deutsche Erdöl-Region.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Lingen (dapd/red) – "Wir können hier nur solange fördern, wie es wirtschaftlich ist", sagt Herbert Sander, Betriebsleiter bei GDF Suez. Ein Ende der Förderung ist derzeit noch nicht in Sicht. Die jüngsten Pumpen im nahe gelegenen Rühlermoor wurden erst im vergangenen Jahr installiert. Seit 1949 wurden laut Sander über 400 Bohrungen durchgeführt.

Noch geschätzte 70 Millionen Tonnen

Die vielen Bohrungen seien nötig gewesen, weil das Emsländer Öl besonders schlechte Fließeigenschaften hat. Schon hundert Meter weiter sei keine Förderung mehr möglich. Auch deshalb konnten erst rund 30 Prozent der geschätzt 100 Millionen Tonnen Öl im Boden abgebaut werden. Außerdem wird stets ein Gemisch aus Gas, Wasser und Öl gefördert; gerade im Emsland ist der Grad der Verwässerung groß. Der deutsche Gesamtbedarf an Öl liegt derzeit bei etwa 100 Millionen Tonnen jährlich. Drei Prozent des Bedarfs werden mit Erdöl aus dem Inland abgedeckt.

Erdölförderung ist kostspielig

Der Umsatz aus den Ölverkäufen lag 2009 bei fast 140 Millionen Euro. "Klar, Gewinne werden gemacht, das darf man nicht verschweigen. Aber sie sind auch mit hohem Risiko verbunden", sagt Stefan Brieske, Sprecher von GDF Suez. Vor allem die Suche nach förderbarem Erdöl ist ein kostspieliges Unterfangen. Durchschnittlich kostet eine Erkundungsbohrung acht bis zehn Millionen Euro und nur ein Fünftel der Bohrungen werden fündig. Außerdem rechne sich die aufwändige Förderung im Emsland nur bei einem hohen Ölpreis. Auf dem deutschen Erdöl-Markt mischen bei der Exploration und Produktion neben GDF Suez und Exxon Mobil noch RWE/DEA und Wintershall mit.