Maßnahmen ungenügend

Deutschland wird seine Klimaziele nicht erreichen

Die Bundesregierung wird einer Studie zufolge die selbstgesteckten Ziele zur Verminderung des Kohlendioxidausstoßes nicht erreichen, da viele Maßnahmen nur unzureichend durchgesetzt wurden. Experten fordern einen radikalen Umbau der Energieerzeugung.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Hamburg (ddp/red) - Bei der Umsetzung des von der schwarz-roten Koalition 2007 beschlossenen Klimaschutzpakets seien viele Maßnahmen "ausgeklammert" oder "von Lobbyverbänden stark verwässert" worden, heißt es in einer vom "Spiegel" zitierten Studie des Aachener Ingenieur- und Beratungsunternehmens EUtech im Auftrag der internationalen Umweltorganisation Greenpeace.

Weder eine ökologisch orientierte Reform der Kfz-Steuer noch eine weitreichende Sanierungspflicht bei Altbauten oder ein striktes Verbot von Nachtspeicherheizungen seien durchgesetzt worden, berichtete das Magazin aus der Studie. Nach Berechnungen von EUtech sei damit bis 2020, auch aufgrund eines lahmenden Ausbaus von Offshore-Windparks, nur eine Emissionsminderung von unter 30 Prozent zu erreichen - die Bundesregierung hatte 40 Prozent versprochen.

Da der Gesamtausstoß von Kohlendioxid in der Energiewirtschaft zudem überraschend auf zuletzt über 385 Millionen Tonnen gestiegen sei, fordern die Experten einen radikalen Umbau der Energieerzeugung. Nötig seien der Ausbau von Gaskraftwerken, Kraft-Wärme-Kopplung und eine stärkere Nutzung erneuerbarer Energien, die schon 2020 für den Stromverbraucher zu Preisvorteilen führen könne.