Deutschland braucht weniger Energierohstoffe

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Der Umwelt- und Materialverbrauch in Deutschland hat sich in den vergangenen Jahrzehnten vom Wirtschaftswachstum abgekoppelt. Um 1000 DM reales Bruttoinlandsprodukt (BIP) zu erzeugen, benötigt die deutsche Wirtschaft heute nur noch 447 Kilogramm (kg) Rohstoffe und Energieträger - 1960 waren es mit 840 kg noch fast doppelt so viel. Das ressourcenschonendere Wachstum macht sich auch beim Endenergieverbrauch bemerkbar - dieser sank je 1000 DM reales BIP von 145,6 kg Steinkohleeinheiten (SKE) im Jahr 1960 auf 96,5 kg SKE in 1999. Die Einsparungen gehen im Wesentlichen auf das Konto der Industrie, deren relativer Energiekonsum von rund 71 auf 25 kg SKE zurückging. Damit rangiert das Verarbeitende Gewerbe inzwischen hinter den Haushalten (28 kg SKE je 1000 DM reale Wirtschaftsleistung) sowie dem Verkehr (29 kg).


Im internationalen Vergleich der Industrieländer belegt die Bundesrepublik dank ihres energiesparenden Wachstums inzwischen einen guten Mittelplatz. Mit einem Primärenergieverbrauch von 226 kg Öleinheiten je 1000 Dollar reales BIP im Jahr 1998 liegt Deutschland zwar deutlich hinter dem Spitzenreiter Italien mit nur 160 kg, aber weit vor Tschechien und Polen, die mit 383 bzw. 390 kg die Schlusslichter im OECD-Ranking bilden. Seit 1990 ist der Verbrauch an Energierohstoffen hierzulande um 48 kg Öleinheiten je 1000 Dollar reales BIP gesunken - und damit stärker als in den meisten anderen Industriestaaten.