Im- und Exporte

Deutschland bliebt Strom-Drehscheibe

Mit den Importen und Exporten im Strommarkt von 112 Milliarden Kilowattstunden lag Deutschland im Jahr 2006 erneut europaweit an der Spitze. Die Importe betrugen im vergangenen Jahr insgesamt 46,1 und die Exporte 66 Milliarden Kilowattstunden.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Das haben Berechnungen des Verbandes der Netzbetreiber (VDN) beim VDEW ergeben. "Damit ist Deutschland erneut wichtigstes Transit-Land und Drehscheibe im europäischen Strommarkt", erklärte VDN-Geschäftsführer Konstantin Staschus.

Die Bilanz des Jahres 2006 weist nach VDN-Angaben einen Exportüberschuss von knapp 20 Milliarden Kilowattstunden aus. Der Saldo entspreche rund drei Prozent der deutschen Netto-Stromerzeugung. Er sei auch ein Hinweis auf die steigenden Transitmengen durch Deutschland in andere Länder. Die Zahlen entsprechen den an den Grenzkuppelstellen gemessenen, physikalischen Stromflüssen, nicht Handelsgeschäften oder Börsenangaben, erläuterte der VDN. Erhebliche Mengen aus Frankreich würden zum Beispiel über Deutschland in die Schweiz nach Italien fließen und sowohl Grenzkuppelstellen als auch innerdeutsche Übertragungsleitungen belasten.

Nach den Berechnungen des VDN kam mehr als ein Drittel dieser physikalischen Lieferungen (16,2 Milliarden Kilowattstunden) und damit der größte Anteil der deutschen Stromeinfuhren im Jahr 2006 aus Frankreich. Danach folgte die Lieferungen Strom aus Tschechien (12,1 Milliarden Kilowattstunden), Österreich und Dänemark (jeweils 5,8 Milliarden Kilowattstunden). Gegenüber dem Vorjahr seien die Importe aus Dänemark und Schweden deutlich zurück gegangen. "Gründe sind dafür nach unseren Erkenntnissen vor allem ungünstigere Wasserverhältnisse in Skandinavien", erläuterte VDN-Geschäftsführer Staschus.

Der größte physikalische Stromfluss in ein Nachbarland Deutschlands wurden an den Grenzkuppelstellen zu den Niederlanden gemessen. 22,3 Milliarden Kilowattstunden (34 Prozent der deutschen Exporte) flossen dorthin. Danach folgen laut VDN Österreich mit 14,8 Milliarden (22 Prozent) und die Schweiz mit 13,7 Milliarden Kilowattstunden (21 Prozent).