AKW-Sicherheitsfrage

Deutsches Atomforum kritisiert Bundesamt für Strahlenschutz

Das Deutsche Atomforum weist die Aussage des Bundesamtes für Strahlenschutz zurück, ältere Nuklearanlagen seien heute nicht mehr genehmigungsfähig. Statistiken belegten, dass ältere Anlagen ähnlich abschnitten wie neuere, sagte Bernd Arts, Sprecher des Atomforums, in der "Thüringer Allgemeinen" (Freitagausgabe).

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Erfurt (ddp/sm) - Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte zuvor gefordert, ältere Atomkraftwerke schneller abzuschalten, als im Atomausstiegsgesetz vorgesehen. Arts betonte dagegen: "Alle Anlagen, die am Netz sind, verfügen über gültige Betriebgenehmigungen." Wenn die Aufsichtsbehörden der Meinung seien, die Anlagen erfüllten diese Anforderungen nicht, müssten sie über die Betriebsgenehmigung nachdenken.

Angesichts der Brände und weiterer Zwischenfälle in den Atomkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel könne zudem nicht von Pannen gesprochen werden, sondern von "meldepflichtigen Ereignissen", sagte Arts. Diese würden eingruppiert und fielen auf der International Nuclear Event Scale (Ines) überwiegend in die unterste Kategorie. Die Sicherheit der Anlagen sei nie im Ansatz gefährdet gewesen.

Die stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Bärbel Höhn, sagte dem Blatt, nach den Pannen bei Vattenfall könne eine Unschuldsvermutung für Kraftwerksbetreiber nicht mehr gelten. "Der Fall Vattenfall zeigt, dass es für eine Vermutung, dass die Betreiber zuverlässig sind, keine Grundlage gibt", sagte sie. Vattenfall betreibt die Kraftwerke in Krümmel und Brunsbüttel und war wegen seiner Informationspolitik in die Kritik geraten.