"Noch Weltspitze"

Deutscher Windenergiemarkt wächst langsamer als Weltmarkt

Der deutsche Windenergiemarkt ist im vergangenen Jahr langsamer gewachsen als der Weltmarkt. Branchenverbände fordern daher eine Verbesserung der Rahmenbedingungen in Deutschland. Über 7 Prozent des deutschen Stromverbrauchs wurden 2007 durch Windkraft erzeugt.

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Berlin (ddp.djn/sm) - 2007 wurden 883 Windanlagen mit einer Leistung von mehr als 1660 Megawatt neu installiert, so der Bundesverband WindEnergie (BWE) und der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). Das seien mehr als 300 Anlagen sowie rund 560 Megawatt weniger als 2006. Das entspreche im Jahresvergleich einem Rückgang von 25 Prozent, während der Weltmarkt wuchs nach Angaben der Verbände in dieser Zeit rund 30 Prozent wuchs.

"Noch liegt Deutschland mit an der Weltspitze, aber andere Länder holen in großen Schritten auf", sagte VDMA-Geschäftsführer Thorsten Herdan. Die Investitionen flößen in die Länder mit günstigeren Rahmenbedingungen. Deswegen müssten bei der anstehenden EEG-Novellierung die Rahmenbedingungen in Deutschland mit Weitsicht neu gesetzt werden.

Den Angaben nach waren in Deutschland Ende vergangenen Jahres 19 460 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 22.247 Megawatt installiert. Die größten Zuwächse gab es demnach mit 368 Megawatt in Niedersachsen, in Sachsen-Anhalt mit 253 Megawatt sowie in Brandenburg mit 231 Megawatt.

Aufgrund eines windreichen Jahres steigerte sich die Stromproduktion erneut. Mit einer Erhöhung von 30,6 auf 39,5 Milliarden Kilowattstunden im Vergleich zum Vorjahr wurde nach Angaben der Betreiber erneut ein Rekord erzielt. Die Windenergie deckte damit 7,2 Prozent des deutschen Stromverbrauchs ab. Damit sei Deutschland auf einem guten Weg, die von der Europäischen Union bis zum Jahr 2020 geforderte Quote für erneuerbare Energien von 18 Prozent zu erreichen, sagte BWE-Präsident Hermann Albers.

Den Verbänden zufolge wurden 2007 rund 1,7 Milliarden Euro in neue Windturbinen investiert. Im Vorjahr waren es noch rund 2,3 Milliarden Euro gewesen. BWE und VDMA begründeten den Rückgang mit steigenden Rohstoff- und Energiepreisen, die den Bau der Anlagen verteuerten, und der sinkenden gesetzlich fixierten Vergütung für Windstrom.