Gemeinschaftsprojekt

Deutscher Ökostrom soll nach Norwegen fließen

Die Stromnetzbetreiber Statnett und Tennet haben sich darauf verständigt, ein Hochspannungsgleichstromkabel von Deutschland nach Norwegen zu verlegen. Der erste Teil des Projekts soll bis 2018 abgeschlossen sein und Wind- und Solarstrom von Deutschland nach Norwegen transportieren. Dort soll der Strom gespeichert und bei Bedarf zurückgeleitet werden.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin (dapd/red) - An Entwicklung und Bau des Kabels werde sich die norwegische Statnett zu 50 Prozent, die deutsche Förderbank KfW mit mindestens 25 Prozent und das niederländisch-deutsche Unternehmen Tennet mit den verbleibenden Anteilen beteiligen, erklärte Statnett.

Erstes Kabel soll 2018 verlegt sein

Nach Angaben von Tennet soll eine Vereinbarung mit den Details des Projektes bis Ende September ausgearbeitet und unterzeichnet sein. Tennet sprach von zwei geplanten Gleichstromkabeln nach Norwegen. "Das erste soll bis 2018 fertiggestellt sein, vorausgesetzt, dass im kommenden Jahr alle notwendigen Genehmigungen vorliegen und es ausreichend Material- und Fertigungskapazitäten gibt", erklärte der Netzbetreiber. Die zweite Verbindung solle in den zehn Jahren danach in Betrieb gehen.

Überschüssiger Ökostrom soll in Norwegen gespeichert werden

Die neue Stromautobahn soll vor allem überschüssigen Wind- oder Solarstrom aus Deutschland zu norwegischen Pumpspeicherkraftwerken transportieren. Bei Bedarf könne die Verbindung die überschüssige Energie später nach Deutschland zurückbringen, erläuterte Tennet. Die Investitionen für das erste Gleichstromseekabel beliefen sich auf 1,5 bis 2 Milliarden Euro. Tennet-Geschäftsführer Lex Hartman sagte, sein Unternehmen spreche seit zwei Jahren mit Statnett über die Verbindung. Dieses Engagement trage nun Früchte.

Stromaustausch trägt zur Energiewende bei

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) erwartet, dass der geplante Stromaustausch mit Norwegen "die Versorgungssicherheit in Deutschland stärkt und den Strompreis für Verbraucher und Unternehmen entlastet". Deutschland könne dadurch künftig norwegische Speicherkapazitäten nutzen. Die Verbindung leiste "einen Beitrag zur Integration erneuerbarer Energien und mehr Netzstabilität". Angesichts der Herausforderungen der Energiewende sei die neue Kabelverbindung ein großer Erfolg. Die geplante Beteiligung der KfW an dem Projekt bezifferte Rösler auf "25 bis 30 Prozent".

Die Entscheidung von Statnett für das Projekt übermittelte der norwegische Energieminister Ola Borten Moe persönlich in Berlin. Statnett habe am Mittwoch entschieden, zunächst bis 2018 das Seekabel nach Deutschland zu bauen und erst anschließend bis 2020 ein zweites Kabel nach Großbritannien, sagte Moe nach einem Treffen mit Rösler.