Strom-News
ÜberlastungDie tschechischen Stromnetze müssen derzeit viel aushalten: Durch den deutschen Atomausstieg fließt eine große Menge an Ökostrom durch die Netze, die nicht auf diese schwankende Belastung ausgelegt sind. Nach Polen klagt jetzt also ein weiteres Nachbarland über die Probleme mit der deutschen Energiewende.
Hamburg (red) - Bereits im Dezember hatte die Zeit berichtet, Polen sei durch die deutsche Energiewende genervt. Windstrom aus Norddeutschland verstopfe dort die Stromnetze. Von "unkontrollierten, gefährlichen Stromflüssen" redete eine Sprecherin des polnischen Stromnetzbetreibers PSE Operator. Im strukturschwachen Nordwesten Polens gebe es gerade einmal zwei Höchstspannungsleitungen.
Fließt zu viel Strom durchs deutsche Netz, weicht dieser aus - in die Netze von Polen und Tschechien. Danach geht es zurück nach Deutschland und dort nach Bayern, wo der Ökostrom benötigt wird. Ähnlich wie in Polen überlegen nun auch die Tschechen, an den Grenzen sogenannte Phasenschieber zu installieren, eine Art Transformator, um die Zuflüsse zu regulieren. Durch die unplanmäßigen Überlastungen könne es sonst sogar zu plötzlichen Stromausfällen kommen.
Wird der Zufluss in die Nachbarländer aber eingeschränkt, werden die deutschen Stromnetze noch stärker belastet, es muss noch öfter regulierend eingegriffen werden. Medienberichten zufolge will Tschechien aber in den kommenden Jahren zweistellige Millionenbeträge investieren, um mit dem deutschen Wind- und Solarstrom besser klarzukommen.
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