Standpunkt

Deutscher Naturschutzring kritisiert politischen Angriff auf erneuerbare Energien

In einem Schreiben an die Vorsitzenden der Fraktionen des Bundestags hat der Präsident des Deutschen Naturschutzrings (DNR), Hubert Weinzierl, davor gewarnt, die weitere Förderung der erneuerbaren Energien und damit den Klimaschutz in Frage zu stellen. Schon erzielte klima- und energiepolitische Fortschritte dürften auf kaltem Wege nicht wieder gekappt werden.

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Der Brief des DNR-Präsidenten Hubert Weinzierl im Auszug:

"Vor knapp einem Jahr stand unser Land in weiten Teilen unter Wasser. Angesichts einer verheerenden Flutkatastrophe schworen die Regierungen, die Politikerinnen und Politiker sowie alle Parteien, die Zeichen der Zeit erkannt zu haben und die drastischen Folgen der Klimaveränderung endlich ernst zu nehmen.(...) Inzwischen ist die Flut zurückgewichen, Alltag ist in viele, längst nicht alle betroffene Regionen eingekehrt - leider aber auch in die Politik. Statt dem Hochwasser sieht man sich inzwischen einer Flut sozialer Probleme gegenüber, die es genauso dringend, schnell und möglichst sofort zu lösen gilt. Und leider scheinen viele Politikerinnen und Politiker unter dem Druck dieser neuen Probleme die alten aus den Augen zu verlieren, vor allem aber den Maßstab, wie wir den Problemen zu begegnen haben.

Lassen Sie es mich an einem Beispiel festmachen: Ganz offensichtlich gibt es interessierte Kreise in Wirtschaft und Politik, die die Diskussion um den Abbau von steuerlichen Subventionen, dazu missbrauchen wollen, um schon erzielte klima- und energiepolitische Fortschritte auf kaltem Wege wieder zu kappen. Um dies zu erreichen, wird völlig ungeniert der Abbau umweltschädlicher Subventionen - etwa beim Flugbenzin, bei der endlerpauschale oder im Steinkohleabbau - beispielsweise gegen die gesetzlich garantierte Förderung der erneuerbaren Energien aufgerechnet. Verschwiegen wird dabei, dass ohne Windkraft und Co weder unsere eigenen noch die internationalen Verpflichtungen im Klimaschutz je zu erfüllen sein werden. (...)"