5 Prozent niedriger

Deutscher Energieverbrauch auf Niveau der 70er Jahre

Der Energieverbrauch in Deutschland ist 2007 kräftig zurückgegangen. Nach vorläufigen Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) lag der er um 5 Prozent unter Vorjahresniveau. Gründe für den Rückgang seien die milden Temperaturen sowie die hohen Energiepreise.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin/Köln (ddp/sm) – Insgesamt wurden 2007 in Deutschland 472 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten (SKE) beziehungsweise 13.842 Petajoule (PJ) Energie verbraucht. Das waren knapp 25 Millionen Tonnen SKE weniger als im Vorjahr. Damit lag der Energieverbrauch in Deutschland etwa so hoch wie zur Mitte der siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts.

Rückgang bei Mineralölprodukten und Ergas

Der Verbrauch an Mineralöl sank den Angaben zufolge 2007 um rund zehn Prozent auf knapp 160 Millionen Tonnen SKE. Das sei der niedrigste Stand seit 1970. Die warme Witterung, hohe Preise und ein Abbau der Bestände sorgten für einen Rückgang des Heizölabsatzes von etwa 36 Prozent. Mit Ausnahme des Flugbenzins hätten praktisch alle Mineralölprodukte einen Rückgang verzeichnet. Der Anteil des Mineralöls am gesamten Energieverbrauch sei auf 33,8 Prozent zurückgegangen.

Der Erdgasabsatz lag um 4,5 Prozent unter dem Wert des Vorjahres. Verbraucht wurden insgesamt 107 Millionen Tonnen SKE. Vor allem in den besonders warmen ersten vier Monaten hätten die Gasversorger beträchtliche Absatzrückgänge verzeichnet.

Mehr Kohle und Erneuerbare - weniger Kernenergie

Der Verbrauch an Steinkohlen verzeichnete 2007 eine ansteigende Entwicklung. Wie die Arbeitsgemeinschaft mitteilte, wurde vor allem mehr Steinkohle zur Erzeugung von Strom und Wärme eingesetzt. Auch die Stahlindustrie habe ihren Bedarf leicht erhöht. Der gesamte Verbrauch sei um 1,5 Prozent auf 66,6 Millionen Tonnen SKE geklettert. Der Anteil der Steinkohle am gesamten Energieverbrauch stieg laut Ageb auf 14,1 Prozent.

Einen Zuwachs von knapp 3 Prozent verbuchte die Braunkohle, die ihren Anteil am gesamten Energieverbrauch auf 11,7 Prozent erhöhte. Der Beitrag der Kernenergie zum Energieaufkommen sank deutlich um 16 Prozent, weil einige Kraftwerke nicht oder nur teilweise in Betrieb waren.

Die Stromerzeugung aus Wasserkraft stieg leicht, die aus Windenergie kräftig um über 30 Prozent. Der Beitrag aller erneuerbaren Energien zum Primärenergieverbrauch erreichte 2007 eine Höhe von 31 Millionen Tonnen SKE. Das entspricht einem Anteil von 6,6 Prozent, nach 5,4 Prozent im Vorjahr.