Strom-News
EnergiewendeDer Chef des französischen Energiekonzerns GDF-Suez, Gérard Mestrallet, hat den Alleingang der Bundesregierung bei der Energiewende kritisiert. Es sei "schade", dass Deutschland sich entschieden habe, "ohne sich mit den Nachbarn und Partnern auszutauschen", sagte Mestrallet dem "Handelsblatt" vom Donnerstag.
Düsseldorf (AFP/red) - Die Entscheidung zum Atomausstieg habe schließlich kurz- und mittelfristig große Konsequenzen für den europäischen Strommarkt. "Das Risiko eines Blackouts ist größer geworden - und zwar auch für andere Länder."
Mestrallet verwies auf den großen Stromausfall vor fünf Jahren, als nach einem Problem mit Höchstspannungsleitungen in Norddeutschland nicht nur in Deutschland, sondern auch im Norden und Westen Frankreichs der Strom ausgefallen war. "Für die Stabilität des Netzes ist eine gewisse Solidarität zwischen europäischen Ländern nötig."
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Die französische Energieindustrie hat vom deutschen Atomausstieg profitiert. Frankreich habe im vergangenen Jahr 10,8 Terawattstunden Strom in das Nachbarland exportiert, teilte der Stromnetzbetreiber RTE am Donnerstag in seiner Jahresbilanz mit. Durch den Atomausstieg wurde mehr Strom exportiert als eingeführt.
Die Stadtwerke in der Rhein-Main-Region machen sich Sorgen: Für den Winter befürchten sie Engpässe in der Stromversorgung. Weil durch das Abschalten des Kernkraftwerks Biblis der dort produzierte Strom wegfällt, muss der Stromnetzbetreiber Amprion zusätzliche Windenergie aus dem Norden transportieren - dabei könnte es zu einer Überlastung der Leitungen kommen.
Die tschechischen Stromnetze müssen derzeit viel aushalten: Durch den deutschen Atomausstieg fließt eine große Menge an Ökostrom durch die Netze, die nicht auf diese schwankende Belastung ausgelegt sind. Nach Polen klagt jetzt also ein weiteres Nachbarland über die Probleme mit der deutschen Energiewende.
Das traditionelle Atomstromland Frankreich will bis 2016 fünf Offshore-Windparks mit einer Gesamtleistung von drei Gigawatt bauen. Gebote für Errichtung und Betrieb müssten Industriekonsortien am (heutigen) Mittwoch abgeben, berichtete die "Financial Times Deutschland" (Mittwochausgabe).
Der Bericht ist 375 Seiten stark und verheißt eine der größten industriellen Investitionen in Frankreich: Beim in dieser Woche publizierten Stresstest für die 59 französischen Atomkraftwerke hat die Atomaufsichts-Behörde ASN viele Mängel festgestellt. Das Nachbarland muss nun teuer für seine jahrzehntelange Nachlässigkeit bezahlen.Strompreise vergleichen
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