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Deutsche Windindustrie festigt Stellung im Weltmarkt

Die deutsche Windindustrie hat sich auch im vergangenen Jahr einen hohen Anteil am Weltmarkt gesichert. Dabei betrug die deutsche Wertschöpfung an allen weltweit produzierten Anlagen und Komponenten gut vier Milliarden Euro 2004: 3,1 Milliarden Euro). Das teilte der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) mit.

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Berlin (red) - Auch die Exportquote erhöhte sich von 59 auf knapp 71 Prozent und liegt damit erstmals auf gleicher Höhe mit der des Maschinen- und Anlagenbaus in Deutschland (2005: 73,6 Prozent). Ebenso stabilisierte sich der Inlandsmarkt: Im ersten Halbjahr 2006 wurden in Deutschland Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 883 Megawatt (MW) errichtet - 73 Prozent mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

"Mit 38 Prozent am weltweiten Umsatz ist die deutsche Windindustrie Spitzenreiter. Damit haben die deutschen Hersteller und Zulieferer ihre Position im Weltmarkt gefestigt. Dieses gute Ergebnis überrascht nicht, wenn man bedenkt, dass der Weltmarkt in 2005 um rund 40 Prozent gewachsen ist", kommentiert Norbert Giese, Vorsitzender der Windbranche im VDMA und Geschäftsführer Siemens Wind Power GmbH, das Ergebnis. "Für 2006 rechnen wir mit ähnlich guten Ergebnissen wie 2005, da die Exportmärkte weiterhin boomen."

Ungewöhnlich hoch fiel die neu installierte Leistung im ersten Halbjahr 2006 in Deutschland aus, teilte der VDMA gleichzeitig mit. Mit fast 880 Megawatt seien im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum etwa 370 Megawatt mehr installiert worden. "Diese Entwicklung ist auf Sondereffekte zurückzuführen. Durch das enorme Wachstum des Weltmarktes in 2005 wurden im Inland viele Projekte aufgrund von Lieferengpässen in der Beschaffungskette und damit verbundenen Verzögerungen bei der Auslieferung von 2005 nach 2006 verschoben", erklärte Ralf Bischof, Geschäftsführer Bundesverband WindEnergie. Im zweiten Quartal 2006 seien bereits deutlich weniger Projekte realisiert worden. "Mit Blick auf das Gesamtjahr 2006 gehen wir von einer neu installierten Leistung zwischen 1600 und 1800 Megawatt aus", so Bischof weiter.

Ende Juni 2006 waren bundesweit 18 054 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 9299 Megawatt installiert. Dieser Anlagenbestand kann in einem durchschnittlichen Windjahr etwa 35,4 Terawattstunden Strom erzeugen und damit 6,8 Prozent des deutschen Strombedarfs decken.

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