Gemeinsame Aktion

Deutsche und polnische Grüne protestieren gegen Atomkraftwerke

Deutsche und polnische Grüne haben eine Zusammenarbeit beider Länder beim Ausbau erneuerbarer Energien eingefordert. Auf der Grenzbrücke in Frankfurt/Oder machten sie heute mit einer Aktion, in deren Zentrum eine große Weltkugel stand, auf die klimapolitische Verantwortung beider Länder aufmerksam.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Frankfurt/Oder (ddp-lbg/sm) - "Der Einstieg Polens in die Atomenergienutzung wäre genau wie die von Seiten der CDU in Deutschland geforderte Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken die falsche Antwort auf die klimapolitische Herausforderungen", sagte der brandenburgische Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen Axel Vogel. Der Grünen-Bundesvorsitzende Reinhard Bütikofer ergänzte: "Weil die Klimaprobleme international sind, muss auchdie Zusammenarbeit international sein."

In einem gemeinsamen Arbeitspapier fordern deutsche und polnische Grüne die Regierungen in Berlin und Warschau auf, einen gemeinsamen Aktionsplan zur Förderung der Windenergie und eine Strategie zur Energieproduktion aus nachwachsenden Rohstoffen auszuarbeiten. "Eine entschiedene Absage erteilen wir allen Plänen, an der Oder bei Gryfino eines oder mehrere Atomkraftwerke zu errichten", heißt es in dem Papier.

Vogel forderte zudem die Landesregierung zu einem Umsteuern in der Energiepolitik hin zu erneuerbaren Energien auf. Er kritisierte, dass Brandenburg bedingt durch den hohen Anteil der Braunkohle an der Stromproduktion beim jährlichen Ausstoß an Kohlendioxyd mit 15,4 Tonnen pro Einwohner weit über dem Bundesdurchschnitt liege. Mit seinem Festhalten an der Kohle setze das Land auf den "Klimakiller Nummer eins".