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Deutsche Luftfahrt will Schadstoffe reduzieren

Die deutsche Luftfahrtindustrie will sich angeblich am Emissionshandel beteiligen. Nach Medieninformationen haben sich die Spitzen aller deutschen Luftverkehrsverbände und Unternehmen darauf geeinigt, ihre bisher ablehnende Haltung gegenüber dem Handel mit Luftverschmutzungsrechten aufzugeben.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

München (ddp/sm) - Hintergrund seien Forderungen der Europäischen Kommission und von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD), die Luftfahrt in den bestehenden Emissionshandel einzubeziehen, berichtet die "Süddeutsche Zeitung".

Nach Ansicht der Verbände sei der Emissionshandel im Vergleich zu Steuern oder Abgaben die ökologisch wirksamere und ökonomisch sinnvollere Maßnahme, um die klimaschädliche Wirkung des Luftverkehrs zu reduzieren, schrieb das Blatt. Die Branche kritisiere allerdings, dass das erwartete Wachstum im Luftverkehr von vier bis fünf Prozent in den kommenden Jahren im aktuellen Richtlinienentwurf der EU nicht berücksichtigt werde. Die aktuelle Regelung behindere das Wachstum.

Nach dem Richtlinienentwurf der EU-Kommission solle der zulässige Kohlendioxidausstoß vom Jahr 2011 an für jede Fluglinie einzeln festgelegt werden, schrieb die Zeitung. Wer mehr ausstoße, müsse Kohlendioxidzertifikate hinzukaufen. Wer weniger ausstoße, etwa dank besserer Triebwerke, könne mit dem Verkauf von nicht benötigten Zertifikaten Geld verdienen.

Der Bundesverband der Flughäfen (ADV) kritisiert bei der geplanten Integration des Luftverkehrs in ein bestehendes offenes Emissionshandelssystem die zeitlich gestaffelte Einführung. Die EU-Kommission schlägt vor, im Jahr 2011 zunächst mit einem Emissionshandel nur für innereuropäische Flüge zu beginnen. Erst ab dem Jahr 2012 sollen dann auch Flüge aus oder zu außereuropäischen Ländern einbezogen werden.

Diese stufenweise Vorgehensweise birgt aus Sicht der ADV die Gefahr einer europäischen Insellösung. Diese führe zu "massiven Wettbewerbsverzerrungen zu Lasten der europäischen Fluggesellschaften" und damit zu Benachteiligungen von Flughäfen, die auf innereuropäische Zubringerflüge angewiesen sind.

Die ADV ist der Ansicht, dass eine Emissionsminderung nur in einem globalen Kontext und in Abstimmung mit dem Kyoto-Prozess erreicht werden kann. Dies gelte insbesondere für den weltweit wachsenden Luftverkehr. Auch in anderen Bereichen können die EU-Mitgliedstaaten verstärkte Anstrengungen für den Klimaschutz unternehmen. Aus Sicht der Flughäfen müssen endlich Fortschritte bei der Umsetzung des "Single European Sky" erzielt werden. Die Einführung des einheitlichen europäischen Luftraums ermöglicht Kerosineinsparungen von bis zu 12 Prozent, da Umwege vermieden und Streckenführungen optimiert werden können.