Umfrage

Deutsche halten am Atomausstieg fest und wollen schärfere Aufsicht

Rund 85 Prozent der Deutschen wollen schärfere Kontrollen von Atomkraftwerken durch die Behörden, so das Ergebnis einer Emnid-Umfrage im Auftrag von Greenpeace. Zudem befürwortet knapp jeder Dritte eine Beschleunigung des Atomausstiegs, auch unter der Mehrheit der Unionswähler findet der Ausstieg Zustimmung.

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Hamburg (red) - Nur 12 Prozent der Bevölkerung sind der Meinung, die derzeitigen Kontrollen reichten aus. 91 Prozent der Befragten fordern sogar, dass Informationen über Zwischenfälle in Atomanlagen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollten. Zudem spreche sich eine klare Mehrheit der Befragten dafür aus, alte und störanfällige Atomkraftwerke vorzeitig vom Netz zu nehmen. "Damit wird den Plänen der Betreiber, die Laufzeit von Reaktoren wie Krümmel, Brunsbüttel und Biblis zu verlängern, eine klare Absage erteilt", so Greenpeace-Atomexperte Heinz Smital.

Auf die Frage, ob der Atomausstieg noch beschleunigt werden sollte, antworteten aktuell 29 Prozent der Befragten mit "Ja". Bei einer entsprechenden Befragung im Jahr 2005 waren es nur 26 Prozent. Jedoch ist auch die Gruppe der Befürworter eines weiteren Ausbaus der Atomkraft seit 2005 von 11 auf 15 Prozentpunkte gewachsen. In Ostdeutschland ist der Ausbau mit rund einem Viertel der Befragten am stärksten akzeptiert. Gleichzeitig wünschen sich in Bayern heute 30 Prozent der Befragten einen beschleunigten Ausstieg, gegenüber 17 Prozent im Jahr 2005.

Auch CDU-Wähler wollen Atomausstieg

Wie die Umfrage weiter zeige, ist die Zustimmung für den Atomausstieg bei den Wählern der CDU/CSU seit der letzten Befragung von 58 auf 64 Prozent gewachsen. Nur zwei Prozent der Unionswähler würden eine Laufzeitverkürzung generell ablehnen. Somit spiegle der Atomkurs der Union "nicht die Wünsche ihrer Wähler wieder", meint Greenpeace-Atomexperte Heinz Smital.

Bei den Grünen-Wählern habe die Zustimmung für einen beschleunigten Ausstieg von 36 auf 60 Prozent zugenommen. Deutlich zugenommen habe aber auch die Zahl der Befürworter eines weiteren Ausbaus bei FDP und Linken. Von jeweils 5 Prozent im Jahr 2005 ist die Zustimmung auf aktuell 22 bzw. 20 Prozent gestiegen, so Greenpeace abschließend.