Nachfragewettbewerb

Deutsche Gaswirtschaft verteidigt Ölpreisbindung

Die Kopplung des Gas- an den Ölpreis hat in dieser Woche zu vertärkter Kritik aus nahezu allen politischen Lagern geführt. Die Gaswirtschaft indes warnte nun vor einer vorschnellen Abschaffung, des in den 60er Jahren eingeführten Mechanismus': Man müsse Produzenten langfristige Konditionen bieten, hieß es.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Köln (ddp/sm) - Die deutsche Gaswirtschaft hat die zunehmend in die Kritik geratene Koppelung des Gaspreises an den Ölpreis verteidigt. "Wir befinden uns nicht allein auf der Welt, sondern in einem Nachfragewettbewerb", sagte der Geschäftsführer des Bundesverbandes der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft, Martin Weyand, am Donnerstag im Deutschlandfunk.

Weyand verwies vor allem auf die stark gestiegene Nachfrage aus China und Indien, gegen die man auf dem Weltmarkt konkurriere. Sie sei auch verantwortlich für die starke Verteuerung. Im Wettbewerb müsse man den Produzenten langfristig günstige Konditionen bieten: "Wenn das Erdgas aus Russland nicht nach Westeuropa verkauft wird, dann geht es an China", betonte er.

Eine Aufhebung der Kopplung des Gas- an den Ölpreis könnte laut Weyand "zur Folge haben, dass ein Land wie Russland die Konditionen nicht mehr als attraktiv empfindet oder das es dann zu sprunghaften Preisausschlägen kommt". Das würde für den Verbraucher bedeuteten, dass er möglicherweise einen noch viel höheren Preis zu zahlen hätte, warnte Weyand vor einer Aufhebung.

Für gerechtfertigt hält hingegen der Bund der Energieverbraucher (BDE) die Kritik an der Kopplung des Öl- an den Gaspreis. "Warum sollten Verbraucher für das spekulativ überteuerte Öl auch beim Gas mitzahlen", fragte BDE-Sprecher Aribert Peters. Der Gaspreis sei heute um rund 20 bis 30 Prozent überhöht "Die Gasmonopolisten haben überaus gut verdient", hob er hervor.

Das Argument Weyands, dass die Preisbindung eine Art Schutzmechanismus für den Konsumenten sei, ohne den es zu weiteren Preiserhöhungen kommen würde, sei "nicht ganz nachzuvollziehen", sagte Peters weiter. Wenn man das Gas zu festen Preisen importiere, seien die Verträge genau so sicher wie bei einer Bindung an den Ölpreis.