Deutsche Erdölproduktion übersteigt die Drei-Millionen-Tonnen-Grenze

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com
Bei der Jahrespressekonferenz des Wirtschaftsverbandes Erdöl- und Erdgasgewinnung e. V (WEG) gab der Vorsitzende Wulf Hagemann die wichtigsten Ereignisse des vergangenen Jahres bekannt. Erfreut berichtete Hagemann von der Steigerung der inländischen Erdölproduktion, die in 2000 seit Jahren wieder die Drei-Millionen-Tonnen-Marke überschritten hatte. Gemeinsam mit der Auslandsproduktion belaufe sich die Erdölbeförderung deutscher Unternehmen auf 20 Millionen Tonnen (19 Prozent des deutschen Erdölbedarfes). Die heimische Erdgasbeförderung decke mit 20,1 Milliarden Kubikmetern 21 Prozent des deutschen Bedarfs. Diese Leistung sei "ein bedeutender Beitrag der Erdöl- und Erdgasgewinnungsindustrie zur Sicherung der deutschen Energieversorgung", bilanzierte Hagemann.


Weiterhin berichtete er von den technischen Neuerungen in der Industrie, die mit dazu beigetragen hätten, das die Erdgasreserven um 17 Milliarden auf 323 Milliarden Kubikmeter gestiegen seien. Die Erdölreserven seien um zwei Millionen auf 50 Millionen Tonnen zurückgegangen, was allerdings weniger als die Entnahme durch die laufende Förderung sei. Die Ölpreise im vergangen Jahr hätten ein relativ hohes Niveau besessen, erklärte Hagemann. Der Durchschnittswert für die Nordsee-Ölsorte Brent betrug 28 US-Doller je Barrel. Nach Hagemanns Angaben ist dies ein Anstieg um 58 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Abgaben an das Land Niedersachsen mussten im vergangenen Jahr insgesamt 523 Millionen gezahlt werden, dreifach so viel wie im Jahr 1999. Auch für 2001 erwartet Hagemann eine erneute Erhöhung, da es eine Wiedereinführung der Förderabgabe für Erdöl und eine zusätzliche Steigerung der Förderabgabesätze für Erdgas auf 24 von derzeit 17 Prozent geben soll. Angesichts dieser Lage appellierte Hagemann erneut an die Politik, sich über die große Bedeutung von Erdöl und Erdgas in der Energiepolitik klar zu werden. Die derzeitige einseitige Bevorzugung "bestimmter Energieträger" kritisierte er mehrfach.


In puncto Gasliberalisierung ist der WEG-Vorsitzende der Auffassung, dass eine Regulierung im Erdgasmarkt nicht zielführend ist. Die beteiligte Wirtschaft sei im Gegensatz zu einer Regulierungsbehörde in der Lage, die Bedingungen für den Netz- und Speicherzugang sachgerecht festzulegen und flexibel an die Anforderungen des Marktes anzupassen. Insgesamt sei es viel zu früh, über eine neue Gasrichtlinie nachzudenken. In vielen Mitgliedstaaten der EU sei die bestehende Gasrichtlinie entweder noch nicht vollständig umgesetzt oder die Umsetzung sei erst vor kurzer Zeit erfolgt. Bevor über eine Revision der Richtlinie nachgedacht werde, solle analysiert werden, wie die bestehenden Regelungen in der Praxis funktionieren.